Nein, es ist kein Malen nach Zahlen, das Sabina Grützmacher in Hohenbruch anbietet. Kunst kommt von Können, und eben dieses Können ist eines der verbindenden Elemente, wenn sich die Frauen montags und donnerstags im Hohenbrucher Gemeindezentrum treffen. Montags seien es die etwas jüngeren Semester, die meist noch im Berufsleben stehen, erzählt Sabina Grützmacher. Deshalb finde das Treffen da auch erst um 17 Uhr statt. Nicht alle, doch die meisten Teilnehmerinnen der donnerstäglichen Malrunde haben das Rentenalter schon erreicht.

Alle gemeinsam an einem Tisch

Deshalb werden Malblöcke, Pinsel, Kreide und Farben auch schon um 14 Uhr auf dem Tisch im großen Saal verteilt. Der Tisch besteht eigentlich aus vielen kleinen, die jedoch bewusst zu einer großen Tafel zusammengestellt werden. „Uns ist wichtig, hier gemeinsam und nicht allein zu sitzen. Das Miteinander ist uns wichtig. Allein sein, das können wir auch zu Hause. Hier stehen die gesellschaftlichen Kontakte im Vordergrund“, erklärt Wilma Scheithauer aus Kremmen das Anliegen. „Hier wollen wir malen, aber auch klönen.“

Die Teilnehmerinnen kommen aus Oberhavel und sogar Ostprignitz-Ruppin

Die Teilnehmerinnen kommen aus Bärenklau, Kremmen, Oranienburg, Lindow, Sommerfeld und Velten. Der harte Kern der „netten Donnerstag-Malfrauen“, wie sie sich selbst nennen, ist seit gut sechs Jahren dabei. Ihre Chefin oder Lehrerin Sabina Grützmacher kennen sie noch aus der Zeit, als diese in Kremmen in der Stöberscheune ihren Waren feilbot. Eben da konnte konnte nicht nur gestöbert und geklönt werden, da entstand auch die Idee, selbst zu Pinsel und Farbe zu greifen und kleine Kunstwerke anzufertigen. Die Frauen brauchten jemand, der ihnen mit Rat und Tat beim Malen zur Seite stand, Sabina Grützmacher war dazu gern bereit.

Eine Vorlage und viele Unikate

Das ist auch heute noch der Fall. Gemeinsam wird beratschlagt, was gemacht werden soll. Vielleicht einen alten Meister kopieren oder doch lieber ein Blumenstillleben nachmalen? Genau dazu entschieden sich die Frauen am Donnerstag: ein Blumenarrangement in Schwarz, Weiß und Rot. Sieht schwer aus, doch Sabina Grützmacher erklärt, wie es geht. „Nehmt zuerst Kohle und zeichnet die Rundungen der Blüten.“

Jeder hat seinen eigenen Stil

„Verdammt, ich habe eine Blume zu wenig gemalt“, stellt Karin Baath mit Erschrecken fest. Doch das ist weder ein Problem, noch ein Grund, nochmal von vorn zu beginnen. Es geht zum einen um die Maltechnik, die Sabina Grützmacher erklärt, zum anderen um die Individualität einer jeden Teilnehmerin. „Es werden nachher sieben ganz verschiedenen Bilder sein“, erklärt die Lehrerin. „Jede von euch hat einen anderen Charakter und eine ganz spezifische Art, zu zeichnen. Das werdet ihr nachher sehen, aber das ist das Schöne daran. Wir kopieren nicht, wir lernen sozusagen von den Meistern“, sagt sie. Insofern ist auch die einen fehlende Blüte auf dem Bild von Karin Baath kein Unglück, sondern eben ihre ganz eigene Wahrnehmung.

Gesellige Gespräche mit der Nachbarin

Gut zwei Stunden, mal mehr, mal weniger, beschäftigen sich die Frauen und genießen das Miteinander. Deshalb müssen die Bilder auch nicht fertig werden. Zu Hause kann gern weiter Hand angelegt werden. Die Bilder schmücken dann das Heim oder sie werden verschenkt, an die Familie, an Freunde und Bekannte. Ein viel persönlicheres Geschenk, als ein Kauf, da sind sich alle einig. Eine Ausstellung haben die Frauen nicht im Sinn, außer vielleicht einmal im Hohenbrucher Gemeindehaus, als Dankeschön an den Ortsvorsteher, der auf ihre Nachfrage ganz unbürokratisch „Ja“ gesagt hat.

Wer sich der Gruppe anschließen möchte oder einfach auch „nur mal reinschnuppern möchte“, kann sich bei Sabina Grützmacher unter 033051 90958 melden. Ein Anrufbeantworter ist geschaltet.