Die Stadt Oranienburg lehnt eine Übernahme bislang ab. Zur  Schaffung einer halben Stelle für den Betrieb, wie sie die Gesellschaft vorsieht, sei kein Geld vorhanden. Hinzu kämen Modernisierungskosten für das Haus in unbekannter Höhe. "Eine Übernahme durch die Stadt ist derzeit nicht darstellbar", heißt es in einer Mitteilungsvorlage für die Stadtverordneten. Der Ortsbeirat Lehnitz fordert den Bürgermeister dennoch auf, ein Betreiberkonzept zu entwickeln. Die CDU-Fraktion lehnt das ab, eine Mehrheit im Stadtparlament scheint ungewiss. "Vielleicht finden sich Ehrenamtler für den Betrieb, dann müsste keine Stelle geschaffen werden", schlägt der SPD-Fraktionsvorsitzende und Lehnitzer Ortsvorsteher Matthias Hennig vor.
Brandenburgs Kulturministerium verweist auf die anderen Literaturgedenkstätten im Land, die von Kreisen und Kommunen geführt werden. Lediglich das Kleist-Museum in Frankfurt/Oder werde wegen seiner Bedeutung und aus historischen Gründen vom Land mitgetragen. Der Landkreis Oberhavel lehnt eine Beteiligung an der Lehnitzer Gedenkstätte ab.
Jürgen Höhn, Chef der Oranienburger Tourismus- und Kulturgesellschaft TKO, könnte sich eine Übernahme vorstellen. "Aber dafür müsste es einen Beschluss zu den Kosten geben", sagt Höhn. In der aktuellen Haushaltsplanung ist die Gedenkstätte nicht vorgesehen. Die Gesellschaft muss als Hauseigentümer jetzt Geld für eine neue Heizung in dem denkmalgeschützten Haus aufbringen.