Holger Mittelstädt hält eine gut gefüllte Kinder-Brotbox hoch. Artur, Leopold und Robert aus der 4 a der Waldgrundschule haben bei ihren Eltern und Verwandten gesammelt und ihrem Schulleiter 122 Euro zur Pressekonferenz mitgegeben. Beim Zweifelderballturnier kamen diese Woche weitere 200 Euro zusammen. Hohen Neuendorfs Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) hat einen Scheck über 525 Euro dabei. Er hat damit die Summe verdoppelt, die beim CDU-Stadtempfang gesammelt worden war. Gerne habe er die Schirmherrschaft übernommen, sagt der Bürgermeister, der sich am Morgen selbst per Wattestäbchen typisieren ließ.
Matthias Rink, der vor einigen Jahren Nicks Trainer bei Blau-Weiss Hohen Neuendorf war, berichtet über weitere Helfer, die sich allerorten in Windeseile eingefunden haben. Vor allem unter den Sportlern im Kreis hat der Funke sofort gezündet. „Bei uns heißt das: Einer für alle, alle für einen. Blau-Weiss Hohen Neuendorf ist unser Verein“, so Rink. „Nun sind wir für Nick da.“ Die Hilfsaktion schweiße die Sportler von Blau-Weiss noch stärker zusammen als zuvor, hat der amtierende Vereinschef Oliver Zabel festgestellt. Sensibilisiert sind auch die  Nachbarn: Bereits vor zwei Wochen fand beim Birkenwerder BC 08 ein Turnier der D-Junioren statt. Im Nachhinein spendete der Verein alle Einnahmen, um Nick zu helfen.
In der Hohen Neuendorfer Mosaik-Grundschule wurde ein Kuchenbasar veranstaltet, ebenso an Nicks Schule, der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule Birkenwerder. „Nick konnte seinen 13. Geburtstag am Mittwoch zu Hause feiern“, so Matthias Rink. Das habe der Junge auch sehr genossen. Babette Gebhardt von der DKMS weiß von Nicks Vater, dass sich vor dem Gartenzaun  viele Gratulanten eingefunden hatten. Sie durften zwar nicht ins Haus, um die Infektionsgefahr bei Nick nicht zu erhöhen, aber er habe die Glückwünsche doch erhalten. Nach einem potenziellen Knochenmarkspender werde in der Datei bereits gesucht, so Babette Gebhardt. Auf die bisherige Therapie habe er gut angesprochen. Das sei die Voraussetzung für eine Stammzelltransplantation.
In der Waldgrundschule stellt sich ein Organisationsteam auf viele Menschen ein, die am 17. Februar in den Mehrzweckraum des Hauses A in der Waldstraße 3 kommen. Dort gibt es Verpflegung, deren Erlös ebenfalls in den Spendentopf geht. Kinder verkaufen Spielzeug beim selbst vorbereiteten Trödelbasar zugunsten von Nick, und es gibt eine Nähstube. Ein Spieler von Hertha BSC hat versprochen, vorbeizukommen und Autogramme zu geben.  Darüber hinaus wird für den Tag eine Tombola organisiert. Einige Gewinne gibt es schon, andere werden gerne noch entgegengenommen und Sponsoren gesucht.
Schon mehrfach wurde in der Region mit groß angelegten Aktionen typisiert: 9 008 Menschen sind in einem Zehn-Kilometer-Umkreis von Hohen Neuendorf in der Knochenmarkspender-Datei registriert. 49 haben schon  Knochenmark gespendet. Insgesamt sind bei der DKMS in vier Ländern sieben Millionen Menschen registriert.
Zeitgleich mit Hohen Neuendorf wird eine Typisierungsaktion auch im Pankower Ortsteil Karow am Rande eines Sportturniers stattfinden. Mario Lenz ist Betreuer bei der 2. E-Jugend des Sportvereins (SV) Karow 96. „Wir veranstalten an dem Tag ein lange geplantes Hallenturnier mit acht Mannschaften aus Berlin, Oberhavel und Barnim“, sagt er. Ein Team kommt auch von Blau-Weiss Hohen Neuendorf. Mario Lenz stammt aus Mühlenbeck, betreibt in Bergfelde ein Geschäft, wohnt in Karow und ist selbst Vater. „In der Regel sind Hallenturniere ganz gut besucht“, hofft der Betreuer, dass viele Eltern und andere Zuschauer die Zeiten zwischen den Spielen nutzen werden, um sich typisieren zu lassen.
Typisieren lassen kann sich, wer zwischen 17 und 55 Jahre alt ist. Jede Registrierung kostet die DKMS 35 Euro. Spenden sind möglich unter Iban: DE6610 0708 4801 5123 1812 mit dem Verwendungszweck „Nick“. Wer helfen oder etwas für die Tombola stiften möchte, kann sich auch bei Blau-Weiss Hohen Neuendorf unter jugendleitung@bwhn.de melden.