Der Antrag von Bommert und seinen Unterstützern – darunter Saskia Ludwig – für sofortige Vorstandswahlen wurde mit neun zu sechs Stimmen zurückgewiesen. Die Wahl der Fraktionsspitze soll nun erst nach den Sondierungsgesprächen für eine Koalition erfolgen. Bommert sprach von einem "ungewöhnlichen Vorgehen" und kündigte gegenüber dem Generalanzeiger an, dann erneut seinen Hut in den Ring zu werfen.
"Ich habe mehrere Koalitionen im Kreistag ausverhandelt, die Fraktion dort und meine Firma geleitet. Ich weiß, wie man führt, ich kann es", sagte Bommert, der am Dienstag erneut den Rücktritt von Senftleben auch von der Parteispitze forderte. Bereits am Wahlabend hatte er Senftleben zum Rückzug gedrängt. Ambitionen auf den CDU-Landesvorsitz meldete Bommert zunächst nicht an. "Senftleben hat vier Stellvertreter, die nach einem Rücktritt übernehmen können."
Gegenüber dieser Zeitung warf Bommert Ingo Senftleben erneut vor, "mit seiner Linksblinkerei" im Wahlkampf Vertrauen bei den Wählern und an der CDU-Basis verspielt zu haben. "Auch seine Äußerung, mit Woidke nicht reden zu wollen, kann uns jetzt auf die Füße fallen", sagte der Kremmener. Täglich würden ihn wütende Parteifreunde anrufen, die ersten seien auch schon ausgetreten. "Wir brauchen wieder eine klare Führung."
Der Kremmener warnte vor einer Koalition mit den Linken, die Senftleben vor einer Wahl als mögliche Option ins Spiel gebracht hatte. Schon eher würde er mit den Bündnisgrünen sprechen. Einen Ausstieg aus der Braunkohle vor 2038 schloss er aber aus, ebenso ein Verbot, Spargel unter Folien anzubauen. Bommert hatte von den Wahlen die Politik der Bündnisgrünen immer wieder hart kritisiert.