Lingner selbst sieht seine erneute Ehrung höchst gelassen. Der kreative Jungkoch, der seit zwei Jahren auf Schloss Ziethen und damit zugleich in der ältesten nachgewiesenen Küche Brandenburgs arbeitet, betont die Kontinuität seiner Arbeit: "Hochwertige Zutaten bleiben das A und O meiner Havellandküche. Und wie es der Name schon sagt, sollen diese Zutaten, wann immer es möglich ist, aus der Region kommen." So etwa, wie der sechseinhalb Kilo schwere Havelzander, den er am Montagabend den Gästen einer Tagung perfekt am Tisch filetierte. Oder wie das Kotelett vom Havelländer Apfelschwein an jungem Grünkohl-Salat mit Süßkartoffel-Fritten, welches momentan die Karte des Restaurants ziert. Schlossherr Raphael von Thüngen-Reichenbach ist jedenfalls unglaublich stolz auf seinen jungen Spitzenkoch: "Die erneute Auszeichnung ist verdienter Lohn für seine Kreativität und seine Leidenschaft, die er hier einbringt". Von Thüngen und Lingner arbeiten übrigens schon an der nächsten Überraschung. Zwischen Aschermittwoch und Karfreitag soll es auf der Karte spezielle Angebote zum "kulinarischen Fasten" geben.