"Beim Trinkwasser bleibt mit 1,05 Euro/Kubikmeter (netto) alles beim Alten", sagt NWA-Verbandsvorsteher Matthias Kunde. Dass die mobile Entsorgung seit 1.  Januar etwas teurer geworden ist, hänge damit zusammen, dass die Zahl der Schmutzwassergrubenbesitzer weiter abnehme, die fixen Kosten - vor allem wegen höherer Kraftstoffpreise der Fuhrunternehmer - jedoch leicht angestiegen seien.
Matthias Kunde verweist allerdings darauf, dass 6,10 Euro für die mobile Entsorgung schon mal fällig wurden. Das war vor dem Jahr 2011. Damals fiel der Tarif für die Mengengebühr um 50 Cent auf 5,60 Euro, weil wegen der Einführung des Frischwassermaßstabs auch für die Grubenbesitzer kurzfristige Jahresüberschüsse erzielt worden seien. Dieses Plus sei in den vergangenen drei Jahren an die Nutzer zurückgeben worden.
Zurückgegeben werden an alle Kunden des NWA, die an das zentrale Kanalnetz angeschlossen sind, seit Januar zehn Cent pro Kubikmeter, sodass die neue Gebühr künftig 3,10 Euro/Kubikmeter beträgt. "Das zeigt, dass die zentrale Entsorgung immer günstiger wird, weil Jahr für Jahr mehr als 150 neue Anschlüsse dazukommen", sagt Matthias Kunde. So konnten der Ortskern von Schmachtenhagen und der Bereich entlang der B 273 schon 2011/2012 ans Netz gehen. Derzeit laufen die Kanalbaumaßnahmen in Zühlsdorf (wir berichteten), die 2019 abgeschlossen werden sollen.
Ab 2016 will sich der NWA den Ortskern von Wensickendorf vornehmen. In drei Bauabschnitten sollen dann auch die Triftsiedlung und die Siedlung am Rahmersee bis 2019 an die zentrale Abwasserentsorgung angebunden werden. Das ist in der dritten Fortschreibung des Schmutzwasserentsorgungskonzepts durch die NWA-Verbandsversammlung beschlossen worden. Derzeit profitierten knapp 70 Prozent der NWA-Kunden von der zentralen Abwasserentsorgung. In fünf Jahren sollen es 75 Prozent sein, sagt der Verbandsvorsteher.
Beim Trinkwasser liegt der Versorgungsgrad inzwischen bei fast 98 Prozent. Im vorigen Jahr wurde mit der Schmachtenhagener Siedlung Bernöwe das letzte größere Siedlungsgebiet ans NWA-Trinkwassernetz angeschlossen. "Allen Unkenrufen zum Trotz ist das eine richtige Erfolgsgeschichte geworden", freut sich Matthias Kunde. Der Verband habe das an sich nicht wirtschaftliche Projekt aus eigener Kraft gestemmt und rund 350 000 Euro investiert, weil es trotz zahlreicher Bemühungen keine Fördermittel mehr vom Land dafür gab. "Wir sahen uns dort aber in der Pflicht, für qualitativ einwandfreies Trinkwasser zu sorgen", sagt Kunde.
Mehr als 60 Prozent der gut 230 Grundstücke seien inzwischen angeschlossen worden. Der Rest, davon geht Kunde aus, dürfte in diesem Jahr folgen. Dabei handele es sich vor allem um Sommergrundstücke, deren Besitzer oftmals nur in der Saison zu erreichen seien. Weil die Resonanz am Ende größer war, als zunächst erwartet, würden sich die Trinkwasseranlagen in Bernöwe schon nach rund 15 und nicht erst nach 25 Jahren amortisieren, ist der Verbandsvorsteher sicher.
Dass der Verband in den gut zwanzig Jahren seines Bestehens eine Menge investiert hat, lässt sich an der Bilanzsumme ablesen, die aktuell 58,5 Millionen Euro beträgt, bei einer Kreditbelastung vom rund sieben Millionen Euro. Beim Abwasser hat der NWA absolut bei null angefangen. Von den drei Oranienburger NWA-Ortsteilen hatte sich nur Zehlendorf 1991 ein Trinkwassernetz mit 100-prozentiger Landesförderung geleistet. Die Zehlendorfer gelten daher beim Trinkwasser als Altanschließer. Nach den Beschlüssen der NWA-Verbandsversammlung und auch aus rechtlichen Gründen müssen sie bis Ende 2015 daher mit Nachbescheiden für die Trinkwasseranschlüsse rechnen.