Nur rund eine Stunde war ein Dutzend Taucher am Sonnabend auf dem Grund des Börnersees in Borgsdorf im Müllsammeleinsatz. Beachtlich war aber, was sie in dieser kurzen Zeit zu Tage beförderten. Der Bauschuttcontainer, der oberhalb der Uferböschung postiert wurde, war nachher zu fast einem Drittel gefüllt. „Wir haben hier alles mögliche aus dem See geholt“, sagte Guido Eckhardt vom Tauchparadies Oranienburg, das die Aktion im Rahmen des internationalen Beach CleanUp  Day initiiert hatte. Im Container fanden sich am Ende Autoreifen, etliche Fahrradteile, Mülleimer, Möbelstücke, Glasflaschen und auch Einkaufswagen. Guido Eckhardt entdeckte auf dem Seegrund sogar eine Schreckschusswaffe.
Taucher räumen im Börnersee Borgsdorf auf

Beach CleanUp Day Taucher räumen im Börnersee Borgsdorf auf

Gefahren durch Untiefen und Sperrmüll

Überrascht von der Müllansammlung unter Wasser waren die Taucher allerdings nicht. „Wir waren ja im Sommer schon einmal hier“, berichtete Guido Eckhardt. Mitte August hatte die Hohen Neuendorfer Stadtverwaltung zunächst die Badestelle wegen Untiefen gesperrt und die Oranienburger Taucher mit einer Begutachtung des früheren Tonstichs beauftragt. Danach wurde der See komplett gesperrt, weil nicht nur die Untiefen Gefahren für Badegäste darstellten, sondern auch Unmengen von Sperrmüll, Glas und scharfkantigen Metallteilen. Die Taucher stießen sogar auf Reste der damaligen Tonabbauanlagen inklusive Krantechnik.

Einsatz am internationalen Beach CleanUp Day

„Für uns war danach klar, dass wir zum Beach CleanUp Day wiederkommen würden“, sagte Guido Eckhardt am Sonnabend. Bei dem internationalen Aktionstag räumen Taucher weltweit unter Wasser auf. Die Oranienburger beteiligen sich seit 1996. „Meistens sind wir aber am Lehnitzsee im Einsatz“, so Eckhardt. Am Börnersee haben sich die Taucher am Sonnabend zunächst die flachen Uferbereiche vorgenommen und alles aus dem Wasser geholt, was sich mit der Hand greifen ließ. „Wir sind bis auf fünf Meter herunter gegangen“, erklärte Eckhardt. Die Witterungsbedingungen seien gut gewesen. Es war sonnig und warm. Auch die Temperatur sei angenehm gewesen. „Die Sichttiefe war mit fast zwei Metern sogar besser als im Sommer“, sagte der Taucher. Als die Müllsammler den Boden aufgewühlt hatten, war es aber vorbei mit der guten Sicht. „Danach mussten wir uns vortasten.“

Hohen Neuendorf entsorgt den Müll

Den Müll entsorgt nun die Stadt Hohen Neuendorf. Für die fleißigen Taucher wurde nach getaner Arbeit noch gegrillt.