Das war offenbar nötig geworden, nachdem Betreuer der Lebenshilfe Oberhavel Süd in den vergangenen Tagen wiederholt in Supermärkten in Oranienburg und Velten als "Hamsterkäufer" beschimpft worden waren. Dabei kaufen sie immer viel ein: für die Wohngruppen in der Villa Sonnenschein in Lehnitz und der Roten Villa in Velten. Dort leben zusammen 49 Menschen mit Behinderung. Für sie wird eingekauft. Bis zur Coronakrise völlig problemlos. Sogar Prügel seien angedroht worden, berichtete Lebenshilfe-Geschäftsführerin Uta Gerber.
Am Mittwoch wurde deshalb eine große Zeitungsanzeige geschaltet. "Lass Sie uns bitte unsere Einkäufe machen!", stand darin. "Wir haben tolle Reaktionen darauf erhalten", sagte Uta Gerber. Eine Reaktion kam direkt aus der Nachbarschaft ihrer Geschäftsstelle in der Lehnitzstraße. Das Dentallabor Birkholz&Mohns stiftete die sechs T-Shirts für die Betreuer.
Zusätzlich verteilte Uta Gerber noch einen Motivationsschub an alle Beschäftigten – "unbezahlbar" stand darüber.
Um auch sonst noch besser durch die Coronazeit zu kommen, wurden bei der Lebenshilfe außerdem Nähanleitungen für die knapp gewordenen Atemschutzmasken verteilt. "Die gehen jetzt in Produktion bei uns", sagt Uta Gerber.