Radstreifen rot markiert

Es dauerte lange, bis der Radstreifen auf der Lehnitzstraße rot markiert wurde, um rechtsabbiegende Kraftfahrer an die vorfahrtsberechtigten Fahrräder zu erinnern. Die Kreuzung ist aber weiterhin vor allem für Radfahrende gefährlich. Autofahrer sind zudem oft genervt, weil sich der Verkehr regelmäßig in mehreren Richtung staut. Nach dem Neubau der Saarlandstraße samt Dropebrücke soll nun auch der Kreuzungsbereich mit Lehnitzstraße und André-Pican-Straße endlich zu einem sicheren und ampelfreien Kreisverkehr ausgebaut werden. Die Stadtverwaltung hat das bereits seit vielen Jahren geplant. Doch der Landesbetrieb ist für die Lehnitzstraße zuständig. Nach jahrelanger Abstimmung führt die Stadtverwaltung das Bauvorhaben durch. Im Frühjahr soll der Umbau starten, sagte Tiefbauamtsleiter Stephan Gebhard. Im September sollen die Umbaupläne im Bauausschuss vorgestellt werde. Innerhalb eines Jahres soll der Kreisverkehr entstehen. Der Verkehr werde ohne größere Beeinträchtigungen an der Baustelle vorbeigeführt, kündigt Gebhard an. Die Umleitungsplanung werde derzeit noch geprüft. Im April 2022 soll die Kreuzung als Kreisel fertig und sicherer sein. 1,4 Millionen Euro kostet der Umbau samt Planung. 53 Prozent der Kosten übernimmt entsprechend der Verkehrsbelastung auf der landeseigene Lehnitzstraße der Landesbetrieb. 47 Prozent kommen von der Stadt, die auf 75 Prozent Förderung hofft. Die Förderanträge sind bereits gestellt.
Eine weitere Maßnahme für mehr Verkehrssicherheit, die viel günstiger zu haben wäre, lässt dagegen weiterhin auf sich warten. Im aktuellen Bürgerhaushalt sind 5 000 Euro für die Montage sogenannter Trixi-Spiegel an gefährlichen Kreuzungen eingestellt. Die Spiegel sollen Pkw- und Lkw-Fahrern beim Abbiegen einen Blick in den toten Winkel ermöglichen und helfen, Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern zu vermeiden. Zwei Jahre zuvor wurde der Vorschlag für den Bürgerhaushalt nicht zugelassen – mit dem Hinweis, die Stadt plane selber solche Sicherheitsvorkehrungen. Bis jetzt wurde kein einziger Trixi-Spiegel installiert. Dabei gibt es viele Kreuzungen, die für eine Aufstellung in Frage kämen.
Tiefbauamtschef Stephan Gebhard verweist auf die unterschiedlichen Zuständigkeiten. An den Landes- und Bundesstraßen dürfe die Stadt die Spiegel nicht aufstellen. Er benennt aber Knotenpunkte, an denen er sich die Spiegel vorstellen könnte, zum Beispiel an der Kreuzung Walther-Bothe-/Berliner Straße oder an der Einmündung vom Mühlenfeld an der Bernauer Straße. Dort erschwere der Lichtwechsel nach der dunklen Brückendurchfahrt offenbar den Überblick, Radfahrer würden beim Rechtsabbiegen schnell übersehen.

Benutzungspflicht aufgehoben

Der Hartnäckigkeit des Oranienburgers Henning Schluß ist es zu verdanken, dass die Benutzungspflicht für immer mehr Radwege in Oranienburg aufgehoben wird. Deren Ausführung entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen der Straßenverkehrsordnung, weil sie nicht ausreichend breit oder in einem schlechten Zustand sind. Aufgehoben wurde die Benutzungspflicht auf der gesamten Bernauer Straße. Das gilt auch für die Germendorfer Allee, Straße der Einheit und die Walther-Bothe-Straße. Ebenfalls aufgehoben werden soll die Benutzungspflicht in der Kremmener Straße und in der André-Pican-Straße. Die Benutzungspflicht von Radwegen an weiteren Hauptverkehrsstraßen soll noch in diesem Jahr von der Straßenverkehrsbehörde geprüft werden.
Wie langwierig Verwaltungsprozesse sein können, zeigt eine einzige Fahrbahnmarkierung für die Straße der Einheit. Dort setzte die Verkehrsbehörde eine Frist. Bis 31. Mai sollte ein Fahrradpiktogramm aufgetragen werden. Zu sehen ist es noch immer nicht.