Viele Hohen Neuendorfer dürften mit dem kleinen und dem großen Rotpfuhl Erinnerungen verbinden an vermeintlich unbeschwertere Zeiten: Schlittschuhlaufen im Winter, Baden und Angeln im Sommer, Spaziergänge im Frühling und Herbst. Ein Kleinod vor der Haustür.
Der vor bald zwei Jahren verstorbene Alt-Bürgermeister Günter Siebert meinte einmal sogar: „Was der Schlosspark für Oranienburg ist, waren die Rotpfuhle für Hohen Neuendorf.“ Doch seit dem Ende der 90er-Jahre sind die Rotpfuhle so gut wie ausgetrocknet, kaum mehr als Lichtungen. Der Stadtverein und die CDU wollen das ändern und den Ort so aufwerten, dass ein Naherholungsgebiet entstehen kann. Im Stadtparlament hatten sie mit ihrem Plan Erfolg.
„Es geht nicht darum, die Situation wieder so herzustellen, dass man auf dem Eis Schlittschuh laufen oder wie in der DDR die Badestellen nutzen kann“, erklärte der Vorsitzende Raimund Weiland (CDU). Der Status quo müsse akzeptiert werden. „Aber wir wollen darauf aufbauen und den Ort soweit es geht aufwerten. Es wird nicht wie früher, aber die Einwohner können mehr erwarten als den jetzigen Zustand.“
Laut Jutta Lindner (Fraktion SPD/Tierschutz) bemängeln viele Einwohner, dass die Wege „nicht so hergestellt sind, dass sie gut nutzbar“ wären. Fraktionskollegin Kerstin Hamann regte an, eventuell einen Gesundheitsparcours zu errichten.

Stolperstellen sollen verschwinden

„Wir sollten alles wieder in Ordnung bringen und vor allem die Wege, die zum größten Teil Stolperstellen sind, wieder herrichten“, so Harald Güther vom Stadtverein. Franziska Reichel (Grüne) legt Wert darauf, dass die Orte nicht einmalig „schön gemacht“ werden, sondern ein Konzept erstellt werde, dass regelmäßige Pflege beinhaltet. Fraktionskollegin Lydia Budiner begrüßte die Pläne der CDU.
Was die Fraktionen Stadtverein und CDU vorsehen: Ein Entwicklungskonzept, das aufzeigen soll, wie aus den beiden Rotpfuhlen – eventuell mit Hilfe von Fördermitteln – ein Naherholungsgebiet werden kann. Die Konzeption soll auf schon vorhandenen Analysen wie dem hydrologischen Gutachten von 2009 aufbauen

Nur Lüdtke (Linke) stimmt gegen den Antrag

„Dabei ist für den kleinen Rotpfuhl die Neuanlage der ehemaligen Wasserfläche durch Bodenabdichtung anzustreben“, heißt es im Antrag. Einen ersten Überblick soll die Verwaltung spätestens diesen Dezember vorlegen. Das Stadtparlament folgte dem Antrag mit großer Mehrheit. Lediglich die AfD enthielt sich komplett. Die einzige Gegenstimme kam von Lukas Lüdtke (Linke).