98 Kastanien aller Altersgruppen, darunter viele alte, stehen an dem unbewohnten und von einer Koppel gesäumten Verbindungsweg zwischen Stolpe und Hohen Neuendorf. Von einigen ganz alten sind bereits nur noch die Stämme vorhanden. Proben sollen nun entnommen werden. Mit einem Ergebnis wird in der Stadtverwaltung nicht vor dem Jahresende gerechnet. Sollten die Bäume erkrankt sein und gefällt werden müssen, finde dies voraussichtlich nicht vor dem Herbst 2020 statt.
Die Krankheit ist ansteckend und lauert im Boden. In der Kastanienallee dürften deshalb in diesem Fall keine Rosskastanien nachgepflanzt werden. Die Bäume müssten sogar gerodet, nicht nur gefräst werden, sagte Petra Teigel. Zudem würde die Entsorgung teuer: Der Abtransport müsste in geschlossenen Behältern oder in einem Fahrzeug mit Abdeckung erfolgen, das Holz verbrannt oder bei hohen Temperaturen kompostiert werden.
Möglich wäre es, in einigen Jahren Esskastanien zu pflanzen, die einer anderen Baumgattung angehören und offenbar bisher nie von Pseudomonas betroffen waren, erläuterte Petra Teigel weiter. Spaziergänger könnten dann immerhin in späterer Zukunft Maronen sammeln und essen. Schade um die Allee wäre es aber doch.

BakteriellesRosskastaniensterben


Pseudomonas syrinae, auch Bakterieles Rosskastaniensterben, wurde in Brandenburg erstmals 2013 nachgewiesen. Es ist für die Rot- und die Weißblühende Rosskastanie eine ansteckende Krankheit.

Befallene Bäume sind geschwächt und anfällig für Holz zersetzende Pilze und weitere Krankheiten. Jungbäume sterben innerhalb weniger Jahre ab, hat die Stadtverwaltung recherchiert.

Verwechslungen sind aber möglich. Deshalb müssen vor weiteren Schritten Holzproben mikrobiologisch analysiert werden. hw