Eigentlich sollte die 88 Meter lange Doppelröhre schon zu Beginn der Herbstferien vor einer Woche ihren Dienst aufnehmen. Allerdings stießen die Arbeiten mal wieder auf Pfusch aus der ursprünglichen Bauzeit. "Wir mussten teilweise umplanen und sind dadurch auch zeitlich etwas ins Rutschen gekommen", sagte Turm-Geschäftsführer Kay Duberow am Donnerstag. Statt acht Wochen haben die Bauarbeiten nun neuneinhalb Wochen gedauert. "Ein vertretbarer Verzug", befand Duberow. Der TÜV hat die Rutsche bereits ohne Beanstandungen abgenommen.
Die Turm-Gäste dürften jedenfalls ihren Spaß an der Investition haben, die inklusive neuem Landepodest, neuem Treppenturm, der neuen Wasser- und Pumpentechnik sowie der Rutsche selbst einen hohen sechstelligen Betrag gekostet hat. Seinem Anspruch, mit jeder Modernisierung im Bad auch den Erlebniswert zu erhöhen, ist der Turm-Chef jedenfalls gerecht geworden. Nicht nur, weil die neue Rutsche sechs Meter länger ist als das nach 17 Jahren und etwa drei Millionen Rutschpartien ausgemusterte Vorgängermodell. Mit ihren zwei Einstiegen und parallel verlaufenden Röhren können Badegäste nun auch um die Wette rutschen. Dafür kann am Startpunkt ein Wettkampf-Button betätigt werden. Nach einem Countdown geht es von Musik begleitet in den Tunnel. Im Ziel weisen unbestechliche Stoppuhren den Sieger aus.
Die im Schnitt 14 Sekunden lange Rutschpartie durch die Röhren ist aber auch ohne Wettkampfmodus spektakulär. Farbenfrohe Spiralen, Korkenzieheroptik und Blinklichtgewitter lassen die Fahrt noch schneller erscheinen, als sie vermutlich ist.