Damit erhalten Asylsuchende einen unbürokratischen Zugang zur Gesundheitsversorgung in Oberhavel. Gleichzeitig reduziert sich der Verwaltungsaufwand in den Behörden und beim Arzt. Bisher sind Arztbesuche von Asylsuchenden auch immer mit einem Besuch in der Kreisverwaltung verbunden, damit die Behandlungkosten abgerechnet werden können. Das entfällt ab 1. Oktober.
Mit der elektronischen Gesundheitskarte können Flüchtlinge, die sich weniger als 15 Monate in Deutschland aufhalten, im Krankheitsfall direkt den Arzt aufsuchen. Es genügt künftig die Vorlage der Chipkarte. Nur noch im Einzelfall beispielsweise bei Vorsorgekuren muss der Landkreis über die Gewährung von Leistungen entscheiden.
Die Zusage des brandenburgischen Gesundheitsministeriums, sowohl die Kosten für die gesundheitliche Versorgung als auch mögliche finanzielle Risiken zu übernehmen, bezeichnete Oberhavels Landrat Ludger Weskamp "als wichtiges Signal, an dem sich Ministerin Diana Golze messen lassen muss". Weskamp unterstrich damit sein Unverständnis darüber, dass die Landkreise und kreisfreien Städte weder in die Verhandlungen mit den Krankenkassen einbezogen noch gehört wurden. "Dieses Vorgehen hat nicht zur Akzeptanz beigetragen. Die Zahl der bisherigen Beitrittserklärungen zu Rahmenvereinbarungen zwischen Land und Krankenkassen ist aus meiner Sicht ein trauriger Beleg dafür, dass unserem gemeinsamen Ziel, asylsuchenden Menschen einen direkten und leichten Zugang zur medizinischen Versorgung zu bieten, unnötig geschadet wurde."
Oberhavel befürchtet trotz der neuen Regelungen weiterhin finanzielle Risiken durch mögliche Fehlerquellen bei den Abrechnungen.