Derbyzeit ist auch immer eine schlaflose Zeit. Zumindest für Tobias. Das Mitglied des Oranienburger Fanklubs findet schon einige Nächte vor dem "Spiel der Spiele" nur schwer in den Schlaf. "Ich bin immer total aufgeregt und kann den Anpfiff kaum erwarten", sagt er. Der 28-Jährige ist heimatverbunden und stolzer Anhänger des OFC. Zusammen mit seinen Mitstreitern wird er mit Trommel, Zaun- und Schwenkfahnen die Mannschaft von Trainer Hans Oertwig bedingungslos anfeuern. "Wir wollen neunzig Minuten alles geben und richtig Lärm machen", verspricht Tobias.
Dass das Derby für ihn und die anderen Anhänger immens wichtig ist, macht er unmissverständlich klar. "Wenn wir TuS schlagen, wäre alles Negative in dieser Saison für uns vergessen." Ein Derby-Erfolg sei mehr wert, als vier weitere Siege. Aus seiner Abneigung gegen den finanzstarken Ortsrivalen macht er keinen Hehl. "Mich stört bei einigen Spielern von Sachsenhausen die Arroganz", sagt Tobias. Beim Hinspiel hätten die TuS-Akteure die OFC-Schwenkfahne weggetreten. Die Fans des Konkurrenten nimmt er aber von solchen Aktionen ausdrücklich aus. "Die sind alle korrekt."
Auch wenn die Emotionen mal hochkochen, eines ist für den Fanklub-Chef des OFC aber klar: Beleidigungen und Beschimpfungen gegen TuS-Anhänger oder Spieler wird es nicht geben. "Wir wollen fair bleiben und lassen uns durch irgendwelche Dinge auch nicht provozieren."
Auch wenn der Fanklub des Oranienburger FC Eintracht derzeit nur über vier Mitglieder verfügt, so kann er doch hoffen, dass der eine oder andere Unterstützer hinzu kommt. "Trainer Hans Oertwig hat mir versprochen, dass er die Jugendspieler ansprechen und sie bitten wird, uns für das Duell mit TuS zu helfen", weiß Tobias.
Dass sein OFC das Spiel am Sonntag gewinnen wird, steht für ihn fest. "Ich kann ja schlecht gegen meinen eigenen Klub tippen. Daher gehe ich von einem 3:1 aus." Sollte dieses Ergebnis so oder so ähnlich eintreten, hat Tobias ein Überraschungs-Banner parat. "Es ist lustig und etwas zum Schmunzeln", verrät er.
Auch die TuS-Fans werden einmal mehr Präsenz zeigen. "Wir machen zwar etwas, aber spontan", sagte Steven Bergmann. Ein paar Banner werden in jedem Fall wieder mit von der Partie sein.