Im August fiel die Entscheidung: Das erst für Mai geplante und dann wegen Corona verschobene Musik-Open-Air-Festival am Wasserturm in Hohen Neuendorf wird in diesem Jahr nicht nachgeholt. Stattdessen veranstalten die ehrenamtlichen Organisatoren zusammen mit der Stadt an diesen Freitag, 18. September, ein musikalisches Mini-Open-Air auf dem Rathausplatz: Auf der „Friday Lounge“ ist von Pop bis Klassik alles zu hören.
„Wir wollten wenigstens etwas Kleines auf die Bahn bringen“, sagt Stadtsprecherin Ariane Fäscher. Jeder der Mitveranstalter habe Herzblut und persönliches Engagement in die Vorbereitung des Wasserturm-Events gesteckt. Das Mini-Open-Air ist als eine Art Vorspeise gedacht, als Gruß aus der Küche vor dem Hauptgang – der zweiten Wasserturmfest-Auflage im kommenden Jahr.

Auftritt für von Corona geplagte Künstler

Das Prinzip ist das gleiche: „Wir bieten eine kleine Bühne für Künstler, die den Sprung auf die große Bühne verdient hätten“, so Ariane Fäscher. Zudem, so Kreismusikschulleiter Manfred Schmidt, der privates Engagement in die Open-Airs steckt, sei es eine Auftrittsmöglichkeit für corona-geplagte Künstler. „Vielen ist in den vorigen Monaten enorm viel weggebrochen.“
Dennoch entstünden in spärlichen Zeiten originelle Ideen: Die „Friday Lounge“ gehöre dazu. Als Symbiose bezeichnet Mario Jahn vom Kulturverein Hyperion die Zusammenarbeit. „Wir als Veranstalter können nicht ohne Künstler leben, und Künstler können ohne uns nicht auftreten.“

Eine 360-Grad-Bühne, die sich vielleicht dreht

Der Aufritt dürfte besonders werden, verspricht Paul Aurin von Hyperion. Zusammen mit der Lichtblick Bühnentechnik wird mitten auf dem Rathausplatz eine runde Plattform aufgebaut, oder wie Paul Aurin sie euphorisch ankündigt nennt: eine einzigartige 360-Grad-Bühne. Ob sie sich am Ende auch drehen wird, muss derzeit noch die Technik klären. Wenn, wäre das laut Aurin einmalig in Hohen Neuendorf.
Wie alle Akteure, wird die Manpower hinter der Veranstaltung ohne Bezahlung erbracht, nur die Künstler bekommen Geld. Ariane Fäscher hebt besonders das Engagement von Jörg Schildbach, Inhaber von Lichtblick, hervor.

Wasserturm-Open-Air mit 15.000 Euro Minus

Jetzt muss das Angebot nur noch angenommen werden. Die Premiere des Wasserturm-Open-Airs im vorigen Jahr war zwar gut besucht, aber die Finanzierung ging nicht auf. Bei freiem Eintritt konnten Besucher diesen als Spende hinterlassen. Am Ende entstand ein Minus von 15.000 Euro. „Den Fehlbetrag hat die Stadt ausgeglichen“, so Fäscher. Manfred Schmidt findet das Einspringen der Stadt beeindruckend. „Das ist nicht selbstverständlich“, sagt er.
Das ehrenamtliche Organisationsteam hofft auf gute Stimmung trotz Abstand und Hygiene-Regeln, zahlreiche Gäste (bis zu 1.000 dürfen es offiziell werden), genug Spenden und volle Schlangen am Getränkestand vom „Weißen Hirsch“.

Das Programm - von Klassik bis Pop


Die Friday Lounge beginnt diesen Freitag, 18. September, um 17 Uhr auf dem Rathausplatz in Hohen Neuendorf. Der Eintritt ist frei; um Spenden für eine Fortsetzung des kulturellen Angebots in der Stadt wird von der Veranstaltungsgruppe gebeten.

Das Programm: Um 17.30 Uhr spielt Dagobert Weiß deutschsprachigen Pop, zu 18.15 Uhr singt Hans Marquardt unter dem Titel „Everblacks und nichtarische Arien“ Texte von Georg Kreisler. Im Anschluss (19 Uhr) steht „Klassik im Dialog“ an: Das Streichtrio Kalèidoton trifft dabei auf Gesine Nowakowski (Gesang, Sopran) und Manfred Schmidt (Piano).

Lateinamerikanische Klänge liefern zu 20 Uhr Annette Wizisla und Makondo, bevor zum Abschluss der Nena-Gitarrist Nader Rahy für den nötigen Rock auf einem Open Air sorgt.