In Oranienburg fließt in der Stadtverwaltung und städtischen Immobilien vorerst kein warmes Wasser mehr – und an Schloss und Orangerie wird die Außenbeleuchtung ausgeschaltet. Diese und eine Reihe weiterer Maßnahmen hat Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) am Montag in Kraft gesetzt, damit der Energieverbrauch in der Verwaltung sinkt. Anlass ist die angespannte Lage auf dem deutschen Energiemarkt.
„Die Lage auf dem Energiemarkt ist angespannt. Preise steigen und es ist unklar, ob im Herbst und Winter genug Gas und damit Wärme und Strom zur Verfügung stehen. Grund zum Handeln für die Stadt Oranienburg“, schreibt Oranienburgs Stadtsprecher Sebastian Welzel.

Kein warmes Wasser mehr

Auf Basis von Vorschlägen des Deutschen Städtetages hätten alle Ämter zusammengearbeitet und einen Maßnahmenkatalog vorbereitet, teilte die Stadt mit. „Jede jetzt nicht verbrauchte Kilowattstunde sorgt für höhere Füllstände in den Gasspeichern. Dazu können wir alle beitragen“, sagte der Bürgermeister.
Vorerst wird in der Verwaltung und auch in den städtischen Immobilien kein warmes Wasser mehr bereitgestellt. Mit Beginn der Heizperiode greifen weitere Maßnahmen. Raumtemperaturen in Fluren und Treppenhäusern, aber auch in den Büroräumen werden auf 20 Grad Celsius reduziert, das gilt auch für die städtischen Schulen. In den Turnhallen gilt künftig 17 Grad. Kitas bleiben von Einsparungen ausgenommen.
„Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die zügig geprüften und vorbereiteten Maßnahmen“, so Alexander Laesicke. Mittel- und langfristig soll die Straßen- und Gebäudebeleuchtung in der Stadt auf sparsame LED-Leuchtkörper umgestellt werden. Auch die Beleuchtungszeiten würden nach Möglichkeit eingeschränkt, hieß es. Erst vorige Woche hatte die Stadt mitgeteilt, weitere 497 Straßenlaternen im Oranienburger Stadtgebiet mit LED-Leuchtmitteln ausgestattet zu haben. 6600 Straßenlaternen gibt es im Stadtgebiet, in rund 4300 sind LED-Leuchten installiert. Zwischen 2012 und 2020 konnte so über 500.000 Kilowattstunden Strom, das sind 201 Tonnen an Treibhausgasen, eingespart werden.
In Oranienburg wird es nachts dunkler. Um zu sparen, werden Schloss und Orangerie nicht mehr beleuchtet.
In Oranienburg wird es nachts dunkler. Um zu sparen, werden Schloss und Orangerie nicht mehr beleuchtet.
© Foto: Thomas Ahrens
„Die meisten Oranienburgerinnen und Oranienburger gehen bereits sparsam mit Energie um“, so Laesicke weiter, „trotzdem kann sich in fast jedem Haushalt noch Sparpotential finden lassen. Das ist angesichts der Preissteigerungen auch eine finanzielle Frage.“ Die Sparmaßnahmen werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst, wenn vonseiten des Bundes der Verbrauch rationiert werden sollte.