Es ist noch ein sehr sportliches Programm bis zur endgültigen Übergabe des Neubaus an die Comenius-Grundschule an der Jenaer Straße. Aber bis zur Einschulung der künftigen Erstklässler am 3. September wird alles fertig sein. "Wir schaffen das", sind sich Baustadtrat und Amtsleiterinnen einig.
Elektriker sind noch im Haus unterwegs und verlegen Anschlüsse, Monteure bringen Garderobenhaken an, Tischler bauen gläserne Trennwände zwischen den Klassen- und Teilungsräumen ein, Straßenbauer verrichten Pflasterarbeiten auf der Zufahrt zum Neubau. Bis Ende August soll auch der Aufzug im großzügigen Eingangsbereich in der Mitte des Treppenhauses eingebaut sein.
Links im Foyer wird der Hausmeister sein Büro bekommen. Seine gläserne "Kabine" verschafft ihm einen guten Überblick über das Kommen und Gehen zur Schule. An zahlreichenStellen, auch im Foyer, sind die Fußböden unvollständig, fehlen noch Bodenfliesen. Gewerkelt wird in den meisten Räumen, weil zuweilen auch nur Kleinigkeiten nicht komplett erledigt sind.
"Ja, wir haben hier einen enormen Bauverzug", räumt Heidrun Gassan ein. Auch der letzte Übergabetermin an die städtische Schulverwaltung, das war der 29. Juni, habe nicht eingehalten werden können, sagt die Amtsleiterin für Grundstücks- und Gebäudewirtschaft. Bauabläufe seien gestört gewesen, weil Verträge nicht korrekt erfüllt worden seien oder Ausschreibungen wiederholt werden mussten. Das sei ärgerlich, aber bei einem derart großen Projekt mit einem Kostenvolumen von mehr als 17 Millionen Euro leider nicht außergewöhnlich.
"Wir sind nicht der Flughafen BER", ergänzt Baustadtrat Frank Oltersdorf. "Wir werden den Zeitplan bis zum Schuljahresbeginn einhalten und können heute schon sagen, dass wir mit dem Kostenrahmen von rund 17,34 Millionen Euro für diesen Schulbau auskommen werden", betont Oltersdorf ausdrücklich.
Allein in der Zweifeldhalle sind bereits Mitarbeiter einer Firma mit der Grundreinigung beschäftigt. Handwerker haben aber noch reichlich auf der gläsernen Verbindungsbrücke zwischen Schulhaus und der Aula, die auch Essensraum ist, im ersten Stock oberhalb der Sporthalle zu tun.
Das neue Mobiliar ist größtenteils schon geliefert worden, Einbauschränke sind montiert, sowohl in den Klassen- wie in den beiden Lehrerzimmern. Tische und Stühle stehen noch eingepackt in einigen Räumen und warten darauf, an ihre künftigen Plätze gestellt zu werden. Für die Schüler gibt es ergonomisch optimal geformte Stühle, die Körperbewegungen mitmachen, mit ihren fünf Beinen lästiges Kippeln aber verhindern, erklärt Anke Michelczak, die Leiterin des Amtes für Schule und Soziales. "Sobald die Handwerker nach und nach ihre Arbeit beendet haben, werden wir die Räume fertig einrichten", sagt sie. Eine Woche vor Ferienende soll der Neubau in die Obhut der Comenius-Grundschule übergeben werden.
Im Theaterraum stehen die Bühnenpodeste für die künftigen Akteure schon bereit. Stuhl- und Tischkombinationen, die eine zusammenhängende Einheit bilden, sind zusammengeklappt an den Rand geschoben. Sie erlauben einen flexiblen Einsatz, genau wie der Theaterraum selbst, der bei Bedarf auch anderweitig genutzt werden kann.
Industrieparkett ziert den Werkraum, dessen schwere Brandschutztür sich per Knopfdruck öffnen lässt und die automatisch schließt, sobald der Eingang passiert wurde. Nagelneue Schraubstöcke warten auf den schweren Holztischen auf ihren ersten Einsatz. Im großen Raum nebenan sind die Inseln für die Kochstellen der Lehrküche an den Leitungen und heraushängenden Kabeln schon zu erkennen. Die Installation der Herde und Waschbecken kann dort nächste Woche beginnen. "Eine Kochinsel lässt sich dann sogar mit einem Rollstuhl unterfahren", sagt Anke Michelczak.
Der Raum, in dem die große Heizungsanlage mit vier Gasbrennwertthermen ihren Platz hat, dient einer Firma noch als Zwischenlager. Etwas kleiner fällt der Serverraum aus, in dem das gewaltige elektronische Herz des neuen Schulkomplexes schlägt und optimal gekühlt wird, damit alle Steuerungen ständig und jederzeit funktionieren. "Unsere Hausmeister sind besonders qualifiziert worden. Denn sie müssen technisch schon sehr versiert sein, um solche Anlagen bedienen zu können", zollt Baustadtrat Frank Oltersdorf ihnen Respekt.