Die Petenten fordern, die Bahnlinie spätestens in drei Jahren wieder über Mühlenbeck, Schildow und Wilhelmsruh bis nach Berlin-Gesundbrunnen fahren zu lassen. Der Ausbau der Linie RB 27 solle sofort beginnen. Dabei solle die Option, Liebenwalde an die Strecke anzubinden, nicht aufgegeben werden. Mit der Unterzeichnung der Petition wird die Forderung der Bürgermeister der Region, der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Region Heidekrautbahn und der Niederbarnimer Eisenbahngesellschaft unterstützt.
„Mit dem Bau der Mauer 1961 wurde die Verbindung unterbrochen, und bis heute ­­– fast 28 Jahre nach dem Fall der Mauer – dauert dieser Zustand an. Die Politik in Berlin und Brandenburg sah und sieht in wiederkehrenden Koalitionsverträgen diese Maßnahme vor – ohne jedoch die notwendigen Umsetzungsschritte konsequent in Angriff zu nehmen“, heißt es in der Begründung der Petition. Vor mehr als sieben Jahren habe eine Nutzenkostenanalyse im Auftrag der beiden Länder ein klares Votum für die Stammstrecke der Heidekrautbahn ergeben. „Allerdings folgten der Erkenntnis keine Taten“, bedauert die KAG.
Angesichts der zunehmenden Pendlerströme und des Bevölkerungswachstums im Speckgürtel von Berlin sei ein Handeln jetzt dringend erforderlich. Die Folgen seien Dauerstau und Stress im Berufsverkehr auf den Straßen von und nach Berlin. Die Klimaziele des Umweltschutzes würden aus dem Blick geraten. Um die Handlungslücke zwischen Politik und Verwaltung zu schließen, werden mit der Petition die Brandenburger und die Berliner Landesregierung – gemeint sind Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther und Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider – aufgefordert, eine „Task Force“ einzurichten. Diese Projektgruppe soll die Arbeiten durch die Verwaltungen begleiten und den Arbeitsstand transparent machen. Vertreter aus der Region seien einzubeziehen. Zu den Erstunterzeichnern gehören Dietmar Seefeldt, Vorsitzender der KAG, Filippo Smaldino-Stattaus, Bürgermeister Gemeinde Mühlenbecker Land, Dr. Jana Radant, Bürgermeisterin von Wandlitz, Jörn Lehmann, Bürgermeister von Liebenwalde, Hans-Joachim Laesicke, Ex-Bürgermeister von Oranienburg, Uwe Schoknecht, Bürgermeister der Gemeinde Schorfheide, Hans Günther Oberlack, Bürgermeister von Glienicke und Detlef Bröcker, Geschäftsführer der Niederbarnimer Eisenbahn Betriebsgesellschaft. Die Petition wurde bis gestern Mittag von 111 Menschen gezeichnet. Sie läuft noch bis Ende März. Ziel ist es, mindestens 500 Unterstützer zu bekommen.