Ortsvorsteherin Astrid Braun war zufrieden mit der Aktion: "Die Resonanz war überwältigend und es hat allen Spaß gemacht", sagte sie nach der gut zweistündigen Protestkundgebung der pfiffigen Art.
In mehrenen Teams nutzten die Golfspieler, die teilweise auch zu robusteren Cricketschlägern und -bällen griffen, acht der mehr als 150 Schlaglöcher auf der Ortsdurchfahrt. Dabei war es gar nicht so leicht, das richtige Loch zu treffen. Immer wieder wurde der Ball durch Krater oder Verwerfungen aus der Ideallinie bugsiert. Manchmal stoppte auch eine Pfütze den Ball.
Seit mehr als einem Jahrzehnt kämpft das Dorf für den grundhaften Ausbau der Landesstraße 17. "Es wird jedes Jahr schlimmer", sagt Alt-Bürgermeister Gerhard Mittelstädt, der auch am Straßengolf-Turnier teilnahm, seine langjährigen detaillierten Ortskenntnisse aber nicht zum Sieg nutzen konnte. Astrid Braun erinnerte an die Besuche von Ministerpräsident Dietmar Woidke und Verkehrsministerin Kathrin Schneider (beide SPD) vor zwei Jahren. "Mehr als verständnisvolle Worte haben wir nicht bekommen. Die Bürger haben allmählich kein Verständnis mehr für die Weigerung des Landes, unsere Straße in Ordnung zu bringen", so die Ortsvorsteherin: "Wir fühlen uns in Stich gelassen." Das bestätigte auch die frühere Ortsvorsteherin Susanne Biener: "Die marode Straße ist für alle Nutzer gefährlich."
Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) bewertete die Aktion als ein deutliches Zeichen an das Land, zu handeln. Seine Stadt, zu der auch der Ortsteil Groß-Ziethen gehört, gehe mit gutem Beispiel voran. Derzeit werde wenigstens die Befestigung der Randstreifen geplant. Gut 100 000 Euro will die Stadt dafür in die Hand nehmen. Busse hofft, nächstes Jahr mit den Arbeiten beginnen zu können.
(Kommentar: S. 2, S.2)