Der Haushalt des Landkreises Oberhavel für das Kalenderjahr 2021 steht. Den Entwurf stellte Kämmerer Norman Sowada am Mittwoch in Oranienburg vor. Auf 483 Seiten werden die kalkulierten Einnahmen und die geplanten Ausgaben (jeweils rund 514 Millionen Euro) bis ins Detail dargestellt. Dass unter dem Strich eine „schwarze Null“ steht, macht den studierten Betriebswirt und Verwaltungswissenschaftler glücklich. „Ziel war und ist die Aufstellung eines ausgeglichenen Haushaltes.“ Das sei gelungen – ohne Kreditaufnahme und bei weiterhin hohen Investitionen.

Erstellung „besondere Herausforderung“

Die Erstellung des Zahlenwerkes sei „eine besondere Herausforderung“ gewesen. „Der Haushalt steht im Fokus der Pandemie.“ Diese sorgte dafür, dass die Verwaltung von der Idee abrücken musste, einen Doppelhaushalt vorzulegen. „Die finanziellen Herausforderungen, die auf den Landkreis zukommen, sind nicht absehbar. Wir müssen verstärkt auf Sicht fahren.“ Das Coronavirus werde auch weiterhin und auf unabsehbare Zeit „unser Handeln“ bestimmen. „Die Auswirkungen sind unkalkulierbar.“ Folglich habe man sich entschieden, die Haushaltsplanungen auf das kommende Jahr zu beschränken. „So bleiben wir flexibler und können auf aktuelle Entwicklungen schneller und beweglicher reagieren“, lautet die Begründung von Finanzdezernent Matthias Rink.

Corona-Folgen nicht kalkulierbar

Corona werfe aus Sicht von Sowada die spannende Frage auf, wie sich die Wirtschaft entwickelt. „Mittelfristig werden wir uns in einem unsicheren Umfeld bewegen.“ Nachdem das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr stark einbrach, sei fraglich, ob es zu einer schnellen Erholung kommt. „Die Frage ist, wie schnell die Wirtschaft die Folgen der Pandemie überwindet.“

Viele Risikofaktoren

Wenngleich der Landkreis weniger stark betroffen sei als andere Regionen in Deutschland, wären auch andere Risikofaktoren betrachtet und berücksichtigt worden. Der Kämmerer nennt neben der angespannten Weltwirtschaft die Verschuldungssituation auf Landesebene, die Probleme der großen Industrienationen, das weiterhin ungesunde Zinsniveau und die hohe Inflation im Baubereich. Zudem habe das Land keine Aussage getroffen, wie es in den Folgejahren mit Mindereinnahmen umgehen wolle.

Umlagegrundlagen steigen

Trotz der pandemiebedingten Zusatzausgaben bleibe die Haushaltslage des Landkreises stabil. „Das ist auch der starken Wirtschaftskraft des Kreises zu verdanken“, so Norman Sowada. Die Einnahmen seien sogar noch mal gestiegen. Ein Beispiel: Die Umlagegrundlagen, die Ausdruck der finanziellen Stärke der kreisangehörigen Kommunen sind, steigen auf knapp 314 Millionen Euro.

Hohe Investitionen

Eine weitere positive Zahl: Das Investitionsvolumen bleibt auf einem hohen Niveau. Investitionen in Höhe von knapp 30 Millionen Euro sind geplant. Die größten Posten machen laut Sowada der Bildungsbereich, Brand- und Katastrophenschutz und der Rettungsdienst aus. Hinzu kämen Infrastrukturvorhaben. Zu den größten Projekten zählen dabei unter anderem die Neubauten der Barbara-Zürner-Oberschule in Velten, der Dreifelderhalle an der Torhorst-Gesamtschule Oranienburg und der Exin-Förderschule in Zehdenick sowie der Umbau der Oberschule in Lehnitz. Im Bereich Straßen- und Wegebau sind 5,4 Millionen Euro geplant.

Mehr Mitarbeiter in der Verwaltung


Im Vergleich zum Vorjahr wurden 92 neue Stellen geschaffen. In der Kreisverwaltung werden damit insgesamt 1254 Menschen beschäftigt. Im Jahr 2014 waren es 1044.

Gründe für den Anstieg: „Der Fachbereich Digitalisierung soll weiter ausgebaut werden. Und auch beim Gesundheitsschutz wollen wir uns noch stärker engagieren“, so Kämmerer Norman Sowada.

Die Personalaufwendungen belaufen sich im Jahr 2021 auf 72,6 Millionen Euro. Vor sieben Jahren waren es 52 Millionen Euro.