Und die Reise ist noch nicht beendet. Akribisch und mit großem technischen Aufwand hat der 31-Jährige eine Schau zum "Projekt 7000" entwickelt. Am 26. Januar um 17 Uhr ist die Premiere von "Visionsjäger. Im Bann der Berge" im Kultursaal des Oranienwerks. Torsten Weigel hofft auf ein ausverkauftes Haus und ein interessiertes Publikum. "Ich bin aufgeregt, weil viele Menschen dort sein werden, die ich kenne." Er verspricht Spannung, gewaltige Bilder, Humor und Nachdenklichkeit. Er könne auf 180 Gigabyte Daten zurückgreifen: Fotos, Videos, Drohnenbilder. Hinzu kommen Satellitenbilder, die zu einer Kollage verschmolzen wurden und atemberaubende Ausblicke bieten sollen. "Das gab es so noch nicht", ist sich Weigel sicher.
Wenn er von der Vorbereitung der Show, wie er sie nennt, spricht, ist zu spüren, dass ihn das Projekt noch immer in Bann hält. Da sind die anderen Teilnehmer, mit denen er eine enge Verbindung hält und von denen die Oranienburgerin Anne Israel auch zur Premiere kommt. Und da sind die körperlichen Strapazen und emotionalen Momente, die nachwirken. Weigel wird daran erinnern. Schon beim Erzählen ist ihm anzumerken, dass ihn das "Projekt 7000" längst nicht losgelassen hat.
"Es geht auch um Leben und Tod und ums Scheitern", sagt er. Wer hohe Gipfel besteigt, hat die Gefahr stets vor Augen. Einer seiner erfahrenen Bergführer aus Nepal sei inzwischen tot. Er sei ein Jahr später auf einer anderen Tour an der Höhenkrankheit gestorben, hinterließ Frau und Kind. Weigels Stimme stockt kurz. Es werfe auch ein schlechtes Licht auf die Kommerzialisierung des Alpinismus, die den Druck auf Führer erhöhe und am Ende zu tödlichen Gefahren führe.
Die Berge lehrten einen Demut. "Und Demut war für mich immer schon ein Schlüssel für mein Handeln. Mit mehr Demut würde es auch unserem Planeten besser gehen., ist sich der Weltenbummler sicher. Die Demut habe ihn auch gelehrt, das Scheitern einzuplanen. Dass das Erreichen des Gipfels scheitern konnte, war eingeplant. Es komme auch immer auf die Entwicklung des Wetters und der körperlichen Verfassung an.
"Keine Angst, der Vortrag wird vor allem unterhaltsam", verspricht der Geograf, der inzwischen als Personal Coach arbeitet. Seine Bilder zeugen von der Schönheit unseres Planeten. "Es wird eine Hommage an das Leben." Weigel berichtet natürlich auch von den vielen Begegnungen mit den Menschen auf der Tour nach Kirgistan. Ihrer Gastfreundschaft, ihrer Neugier. "Es gab so viele kraftvolle Momente, so viel Schönes, gewaltige Bergketten, Pathos." Das alles soll während seines Vortrags nacherlebbar werden. Er will die Zuschauer in den Bann der Berge locken, über Geschichte und Kultur und seine Leidenschaft für das Reisen berichten. "Es gibt natürlich auch etwas Insiderwissen für alle, die selber Reisen wollen." Und es gebe tolle Bilder von seinen Reisen nach Peru, Bolivien und Georgien, verspricht der Tourexperte, der im Kopf an der Umsetzung der nächsten Idee arbeitet.
Torsten Weigel hat auf seinen Touren schon viel über das Leben gelernt. "Berge sind mehr als nur Gestein, sie sind Methaphern für das Leben", sagt er. So hat er auch das unerreichte Gipfelglück des Pik Lenin verarbeitet. "Berge lehren uns, nicht die Gipfel, sondern die Wege zu feiern", sagt Weigel. Seine Zuhörer wird er am 26. Januar an den Erkenntnissen und Erlebnissen erstmals teilhaben lassen. Später zeigt er seinen Vortrag auch in Freiburg und Berlin.
Karten für den Vortrag am 26.1. um 17 Uhr (Einlass ab 16.30 Uhr) sind zum Preis von 14 Euro im Vorverkauf in unserer Oranienburger Geschäftsstelle, Lehnitzstraße 13, erhältlich.
https://weigelontour.com/

Berg der Unabhängigkeit


Der Pik Lenin ist ein 7 134 Meter hoher Gipfel des Pamirgebirges und liegt an der Grenze zwischen den Ländern Tadschikistan und Kirgisistan. Bei Bergsteigern ist der Pik Lenin auch wegen des spektakulären Panoramas, das sich von oben bietet, beliebt.

Früher hieß der Berg Kaufmann-Spitze. Später wurde er als eine der höchsten Erhebungen der damaligen Sowjetunion nach ihrem Begründer Wladimir Iljitsch Lenin benannt. Eine kleine Büste Lenins befindet sich bis heute auf dem Gipfel. In Tadschikistan wird der Berg inzwischen auch als Pik Unabhängigkeit bezeichnet. kd