Es ist ruhig an diesem Morgen. Im Berufsverkehr sitzen rund 20 Menschen in jedem S-8-Ersatzbus. Später am Tag sind es mitunter nur noch halb so viele. "Es ist alles ganz entspannt", sagt Frank Reetz, der in einem OVG-Bus Richtung Mühlenbeck-Mönchmühle am Steuer sitzt. "Wir halten unsere Zeiten. Bis jetzt hat jeder seine Anschlussbahn geschafft", berichtet er am späten Vormittag. Am Montagvormittag dauert die Fahrt zwischen Birkenwerder und Mühlenbeck mit dem Bus 25 Minuten. Die S-Bahn schafft die Strecke in der Hälfte der Zeit. Trotzdem wird wenig geklagt.
"Die Leute haben Verständnis. Es sind auch genug Busse im Einsatz. Niemand bleibt zurück", sagt ein Kundenbetreuer der S-Bahn am Bahnhof Birkenwerder. Dort muss auch niemand lange warten. Nicht mal fünf Minuten vergehen zwischen der Ankunft der S-Bahn und der Abfahrt des Busses. In Mühlenbeck geht es später genauso schnell wieder in die S-Bahn. Busfahrer nehmen die Radfahrer mit.
Ansagen auf den Bahnhöfen sind zwar rar. Dafür weisen reichlich Schilder die Einschränkungen der S-Bahn und die jeweilige Alternativen hin. Aufgeklebte Schuhabdrücke weisen den Weg zum Ersatzverkehr. In Hohen Neuendorf allerdings sind Fahrgäste immer wieder verwirrt, weil sie den S1-Ersatzbus nicht finden können. Der startet auf der anderen Seite des Stadtzentrums an der Kirche einige hundert Meter vom Bahnhof entfernt. S8-Busfahrer, die am Bahnhof halten, haben mitunter aber ein Herz und nehmen die gestrandeten Pendler bis zur Kaufland-Haltestelle mit.
Wer von Berlin aus mit der S-Bahn nach Oranienburg will, strandet erst einmal in Frohnau. Wer Pech hat, muss zehn Minuten auf den Ersatzbus nach Birkenwerder warten, wo dann aber die S-Bahn schon abfahrbereit steht. "Ich habe den ersten Zug nach Frohnau passieren lassen, weil ich auf die Bahn nach Oranienburg wartete. Erst dann habe ich kapiert, dass es Ersatzverkehr gibt", sagte Steve Eschke aus Kreuzberg. Letztlich finden sich auch Ausländer auf den gut ausgeschilderten Ersatzbus-Weg nach Oranienburg zurecht.