"Wir hatten seit Freitag immer tagsüber die Revierpolizei im Einsatz, die in Kontakt mit dem Veranstalter war", so Polizeihauptkommissarin Yvonne Nießner am Sonntag. "Es gab weder Vorkommnisse, noch Beschwerden oder Anzeigen." Die Punks blieben ruhig. Und das trotz 35 Bands, darunter Gruppen wie "Tiefenrausch", "Knochenfabrik" und "Dödelhaie". Die Wiese am Oranienburger Weg stellte erneut Landwirt Christoph Brunner aus Kremmen zur Verfügung. Während des Festivals halfen rund 400 Ehrenamtliche aus ganz Deutschland.
Für einen kurzen Moment drohte aufgrund der Regenmassen der vorigen Woche das Festival sprichwörtlich ins Wasser zu fallen. "Wir konnten das Wasser aber gut abpumpen", so Britta aus dem Organisationsteam, das nur Vornamen preisgibt. Veranstalter ist der Verein "Alternati". Er organisiert das nicht kommerzielle Fest - Gewinne werden nicht verteilt, sondern in die nächste Festivalauflage gesteckt - und engagiert sich zudem für sozial benachteiligte Jugendliche in den Berliner Bezirken Marzahn und Hellersdorf.
Das Festival, das sich nicht als politische Plattform verstanden wissen will, möchte dennoch ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Faschismus, Sexismus, Homophobie und Diskriminierung setzen.
Vor 14 Jahren nahm das Punkfestival seinen Anfang: 2003 wurde das Fest als Protestveranstaltung im Biesdorfer Schlosspark in Berlin-Marzahn ins Leben gerufen. Der Protest richtete sich gegen damalige Kürzungen im Jugendbereich. Das Festival wuchs Jahr für Jahr, wechselte auch den Veranstaltungsort. Als der Hornoer Ring in Marzahn wegen starker Bebauung nicht mehr genutzt werden konnte, zog das Team 2016 erstmals nach Kremmen. Vor allem die Supermärkte dürften von den Festival-Besuchern profitiert haben.