Im vorigen Jahr hatte sich eine CSD-Initiative in Oberhavel gegründet, um für mehr Sichtbarkeit zu sorgen, um für gleiche Rechte und eine tolerante Gesellschaft einzustehen. Jetzt bietet die Initiative erstmals einen „safe space“ für queere Menschen in Oberhavel an.
Im Dezember 2022 wurde die Initiative als Mitglied im Kreisjugendring aufgenommen. Zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember fand erstmals eine öffentliche Aktion statt, um die Rechte HIV-positiver Menschen zu bekräftigen, aber auch auf Oberhavels ersten Christopher Street Day (CSD) hinzuweisen. Dieser soll am Sonnabend, 9. September, in Oranienburg stattfinden.

Weitere Aktionen geplant

Candy Boldt-Händel, der die organisatorische Leitung der Initiative übernommen hat, sprach davon, weitere Aktionen in diesem Jahr auf die Beine stellen zu wollen. Es gibt Ideen für einen Kino-Abend oder Diskussionsrunden. Immer mit Beteiligung der Jugendarbeit in Oberhavel. Der CSD in Oranienburg – eine kleine Parade ist angedacht – will sich für gleiche Rechte einsetzen, für freie Liebe, eine tolerante Gesellschaft und die „Anerkennung von Geschlechtern außerhalb der Norm männlich/weiblich“, heißt es von der Initiative.
Für sich werben will die Initiative auf einem ersten Neujahrsempfang. Das ist auch notwendig: Das Ziel ist es, den CSD ohne Großsponsoren durchzuführen. Die Initiative will sich um Fördermittel bemühen. Geplant ist der Neujahrsempfang für Sonnabend, 21. Januar, im Oranienwerk, in der neuen Bar Jupp. Um 18 Uhr beginnt der Empfang, der später zu einer Party mit zahlreichen Musik-Acts wird. Der Eintritt ist den ganzen Abend über frei. Das Jupp-Team stellt als Unterstützung des Projekts die Technik und den Raum zur Verfügung.
Doch die Initiative will nicht nur auf sich aufmerksam machen. Der Neujahrsempfang soll laut Eigenaussage zeigen, „dass queeres Leben im ländlichen Raum stattfindet“. Candy Boldt-Händel – Vorsitzender des Oranienburger Stadtverbandes der Linken, bei der Initiative aber privat engagiert – sagte im vorigen Jahr, diverses Leben sei „immer noch keine Selbstverständlichkeit in Deutschland“. Homo- und transfeindliche Gewalt ist immer noch weit verbreitet. Die Dunkelziffer bei Angriffen gegen queere Menschen ist laut Experten hoch. Gerade im ländlichen Raum müsse queeres Leben deshalb sichtbarer werden, so Boldt-Händel.
Es gibt einen weiteren Gedanken hinter dem Neujahrsempfang: Zum ersten Mal soll ein öffentlicher Raum, auch als Schutzraum („safe space“) angedacht, für queere Menschen geboten werden. „Man soll sich offen zeigen dürfen. Eingeladen sind alle Menschen (Jung und Alt) ohne Vorurteile und mit Toleranz“, heißt es in der Ankündigung. „Menschen aus der LGBTQIA+ Szene sollen sich treffen können, Spaß haben, Musik hören, tanzen und gute Gespräche führen.“

Alle spielen ohne Gage

Eine Stunde nach dem Start beginnt das musikalische Programm. Die Initiative konnte zahlreiche lokale Musikerinnen und Musiker für einen Auftritt gewinnen. Geld bekommen sie dafür nicht; sie spielen alle ohne Gage. „Die CSD Initiative Oberhavel ist dafür sehr dankbar und freut sich über die Offenheit aller Beteiligten“, bezieht sich die Initiative auch auf die Jupp-Unterstützung.
Auf der Bühne spielen ab 19 Uhr: Sebastian Friedrich (Musical/Kabarett), die Bands Alle Phasen (Deutsch-Rock/Pop) und For Strangers, Lisa (Singer-/Songwriterin), Samira & Hagen (Cover-Musik) und Rontano (Indie Rock).
Wer Lust hat, mit der Initiative CSD Oberhavel in Kontakt zu treten oder sie gar zu unterstützen, kann das über Facebook, Instagram (@csd_oberhavel) oder per Mail an initiative.csd.ohv@gmail.com machen.
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