Äpfel von Pauls Bauernhof, Kräuter aus Utes Kräuterstube, Mangold aus einem Bio-Landgarten, Schafswollsocken und Lammkoteletts von einer Wanderschäferei: Aus mehr als 300 Produkten können die Hohen Neuendorfer wählen, wenn sie an der erster Marktschwärmerei teilnehmen wollen.

Alternative zum Supermarkt

Das Prinzip ist recht simpel und beruht auf dem Verlangen von immer mehr Menschen, wissen zu wollen, woher ihre Lebensmittel kommen. Plus: Regionalität wird für viele Verbraucher seit Jahren immer wichtiger. Die Marktschwärmerei verbindet beides. „Mit der Schwärmerei wollen wir den Hohen Neuendorfern neben einem Ort der Begegnung eine gesunde und ökologische Alternative zum Supermarkt bieten, der oft mit Massentierhaltung einhergeht“, sagt Claudia Lubasch. Langen Schlangen vor der Kasse und viel Verpackungsmüll könnten damit vermieden werden.
Zusammen mit Lisa Lubasch organisiert sie die erste Schwärmerei in Hohen Neuendorf. „Uns ist eine Wertschätzung der Lebensmittel wichtig: die Tiere und Pflanzen sollen artgerecht aufgezogen werden.“ Überproduktion und Verschwendung von Lebensmitteln sollen vermieden werden.
Erfahrung haben die Frauen. Lisa Lubasch ist seit mehr als einem Jahr Gastgeberin der Marktschwärmerei in Berlin-Pankow. „Gesundes Essen bei artgerechter Tierhaltung und dabei die regionale Wirtschaft unterstützen – das wollten wir auch für die Hohen Neuendorfer”, sagt sie über die Motivation, diese Idee nach Oberhavel zu bringen. Die erste ist sie damit allerdings nicht: In Oranienburg gibt es seit geraumer Zeit eine Marktschwärmerei.

Erzeuger bestimmen die Preise der Produkte

Die Idee ist einfach: Konsumenten können online die angebotenen Lebensmittel bestellen und sie anschließend ein paar Tage später zu einem festen Markttag abholen. „Die Lebensmittel stammen ausschließlich von bäuerlichen Erzeugern, Lebensmittel-Handwerkern und kleineren Manufakturen aus der Region. Im Durchschnitt liegen zwischen Herstellungsort und Schwärmerei nicht mehr als 27 Kilometer Transportweg“, so die beiden Organisatorinnen.
Die Erzeuger bestimmen die Preise für ihre Produkte. Durch die exakte Planung dank Online-Auftrag können unnötige Kühl- und Transportkosten sowie die Verschwendung verderblicher Ware vermieden werden.

Erster Markttag an der Alten Druckerei

In dieser Woche können Kunden noch bis Mittwoch, 21. Oktober, online unter diesem Link ihre Produkte bestellen. Abzuholen sind diese dann am Freitag, 23. Oktober, in den Alten Druckerei, Berliner Straße 42, direkt neben der roten Schule. Die Marktzeit: 17 bis 18 Uhr.
Übrigens: Für die aus Frankreich übernommene Markt-Idee – dort heißt sie „La Ruche Qui Dit Oui“ (Der Bienenkorb, der Ja sagt) – braucht es keinen Mitgliedsbeitrag. Es gibt weder Beiträge noch einen Mindestumsatz oder eine Bestellpflicht.