Die Stadt Oranienburg und die Gedenkstätte Sachsenhausen erinnern am heutigen Montag an die Reichspogromnacht am 9. November 1938. Wegen der Corona-Einaschränkungen findet die Gedenkfeier in der Havelstraße am Standort des früheren jüdischen Bethauses nur in einem kleinen Personenkreis statt. Sie wird dafür live im Internet übertragen unter www.oranienburg.de
Nach Ansprachen von Bürgermeister Alexander Laesicke und Gedenkstättendirektor Axel Drecoll spricht die Autorin Deborah Feldman. Die in Berlin lebende Autorin hat in ihrem Bestselller „Unorthodox“ über ihr Leben in einer ultra-orthoxen Gemeinschaft in New York geschrieben.

Erinnerung an 9. November 1938


In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 setzten Mitglieder der NSDAP und SA in ganz Deutschland vor aller Augen Synagogen in Brand.

Sie misshandelten jüdische Bürgerinnen und Bürger und demolierten deren Geschäfte und Wohnungen. Während und unmittelbar in Folge der Ausschreitungen kamen weit über 1.300 jüdische Bürgerinnen und Bürger zu Tode.

Auch in Oranienburg zogen Schlägertrupps los, um Wohnungen und Geschäfte von Jüdinnen und Juden anzugreifen und zu zerstören. Sie schändeten Gräber auf dem Jüdischen Friedhof und verwüsteten das jüdische Bethaus in der Havelstraße. Das Bethaus wurde schließlich geschlossen und zwangsverkauft.

Zudem verschleppten die Nationalsozialisten in den Tagen nach den Pogromen 27.000 jüdische Männer in Konzentrationslager. Über 6.300 von ihnen wurden nach Oranienburg ins KZ Sachsenhausen gebracht. Mindestens 64 von ihnen überlebten die Lagerhaft nicht.