Gaststätte, Mälzerei, Brennerei, Wohnungen, Oldtimer-Handel. Das Ensemble hatte viele Besitzer. "Es ist ortsbildprägend", sagt der Sommerfelder Winfred Günther über das 6800 Quadratmeter große Grundstück. In Abstimmung mit dem Altbesitzer suchte er nach einem Investor - und traf ihn auf seiner eigenen Baustelle in Berlin. Hier entsteht der Kindergarten eines gemeinnützigen Vereins. "Der Kita-Chef meinte zu mir, wenn mir das Projekt wichtig sei, kaufe er das Grundstück und wir entwickeln die Pläne gemeinsam", so Günther.
Überlegung: Es könnte ein Kinderheim und ein weiterer Kindergarten mit einer 24-Stunden-Betreuung entstehen. "Die Pläne scheiterten aber, weil in Brandenburg die Förderung für solche Vorhaben im Verhältnis zu Berlin miserabel ist", so Günther. Nächster Plan: Wohnungsbau. Für die Bauvoranfrage gab es nach einem dreiviertel Jahr einen positiven Bescheid - mit Abstrichen. "Wir dürfen nicht in zweiter Reihe bauen." Eine Klage sei möglich, würde sich aber hinziehen. Auf dem Grundstück hinter dem Eckhaus sollen jetzt mehrere neue Häuser für Familien gebaut werden. Das Eckgebäude wird komplett abgerissen. Im gesamten Neubau sollen Mietwohnungen entstehen. Kleinere mit 50 Quadratmetern, mittlere mit 80 und auch größere Wohneinheiten. "Der Bedarf ist da", ist sich der 66-jährige Günther sicher. In Kremmen gebe es derzeit ein Wohnungsleerstand von nur einem Prozent. Die neuen Wohnungen sollen barrierefrei sein. Ältere Leute in Sommerfeld, die Haus und Hof aus eigener Kraft nicht mehr halten können, aber gerne im Ort wohnen bleiben wollen, könnten hier einziehen. "Gerade ältere Häuser haben ja meist mehrere Etagen und Treppen, die im Alter nicht mehr so leicht zu bewältigen sind."
Die Resonanz auf den geplanten Wohnungsbau sei gut. Schon der damalige Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse (SPD) habe zu Winfred Günther gesagt: "Bau einfach!" Ein Architektenbüro kümmert sich aktuell um die konkrete Planung. Ende März oder im April 2018 soll der Bauantrag gestellt werden.
"Wir wollen das Eckgebäude in seiner Struktur erhalten", sagt Günther. Deshalb will er bei der behutsamen Neugestaltung der äußeren Hülle auch das Dorf mit einbeziehen. "Das Ensemble soll sich harmonisch ins Dorf fügen." Es soll nicht wie ein moderner Fremdkörper wirken. "Die Gemeinde muss sagen können: Damit können wir leben."
Weitere Idee: In das neue Ensemble könnte sich das avisierte Dorv-Zentrum (Dorv steht für Dienstleistung und Ortsnahe Rundum-Versorgung) einfügen. "Das Angebot ist da, es muss sich aber ein solider Betreiber finden, der das Projekt über Jahre begleiten will", so Günther, dessen Frau Sabine Kleist im späten Frühjahr schräg gegenüber des Eckhauses ihr Blumencafé "HofKultur" eröffnen möchte, um einen weiteren, einen floralen Akzent in Sommerfelds Dorfstraße zu setzen.