An Computern werden Weichen gestellt und das Fahrgeschehen wird beobachtet. Der Modelleisenbahnclub (MEC) Oranienburg 1964 zeigt wie immer zur Adventszeit seine Schätze her und hat sich dazu noch ein paar Gastaussteller eingeladen. Auch die Gartenbahnanlage ist wieder dabei. Der MEC-Vorsitzende Detlef Wilhelm ist mit dem Andrang, der auch am ersten Adventswochenende schon herrschte, zufrieden. "Die Anlage wird immer besser", sagt er. "Die Stammbesucher wissen das." 40 Mitglieder hat der Verein, den harten Kern, der alles organisiert und aufbaut, bilden 20.
Modelleisenbahnclub Oranienburg zeigt seine Schätze

Bildergalerie Modelleisenbahnclub Oranienburg zeigt seine Schätze

Ein Flugzeug ist in ein Fachwerkhaus gestürzt. War es ein Anschlag auf die idyllische Kleinstadt? Gut, dass Kirche und Gewerbegebiet unversehrt blieben.
Neben dem großen Bahnhof fährt ein Omnibus gerade durchs Brandenburger Tor direkt auf den Funkturm zu. So schön nah kann Sightsseeing in Berlin sein!
Der kleine Benjamin würde die Gummibärchen in seiner Hand vermutlich viel lieber in dem hell erleuchteten und anscheinend voll besetzten Speisewagen naschen, der gerade einen halben Meter von seiner Nasenspitze entfernt vorbeifährt.
Gleich nebenan gehen Elefanten auf der Straße entlang. Sie sind auf dem Weg zum Zirkus Sarasani, der seine zahlreichen Utensilien bereits aus den Waggons abgeladen hat. Einladend leuchtet die goldene Schrift vor dem grünen Zelt. Paul-Heinz Friedrich aus Leverkusen, der seit 197 Mitglied im MEC Oranienburg ist und seinem Zirkus,hat die H0-Modellbahnanlage gebaut. 2000 Figuren scheinen über den Sarasani-Festplatz ins Zelt zu eilen.
Den echten Zirkus Sarasani gibt es heute noch. Friedrichs Modell beruht auf einer Ansicht in den 1950er-Jahren. Hatte er auch beruflich mit Bahn und Zirkus viel zu tun? "Nö", sagt der 80-Jährige. "Ich war Krankenpfleger." Aber das Hobby halte jung. Das Modell bleibt beim MEC, und Friedrich ihm zu den diversen Schauen jeweils hinterher.
Vor allem die Kleinen schauen und staunen über die Vielfalt, dürfen an einer Anlage sogar selbst mal ans Steuer. Die Junggebliebenen fachsimpeln über Spurbreiten wie H0 und TT, Loks und Weichenstellung. Modelleisenbahnbau scheint dem Publikum am Samstagvormittag nach immer noch eine Männerdomäne, aber auch ein paar Frauen sind darunter, und ein großer Spaß ist es sichtlich für alle.
Geöffnet ist die Schau im Kulturhaus in der Lehnitzer Friedrich-Wolf-Straße 31 am Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet 4,50 für Erwachsene, 2,50 für Kinder und 12 Euro kostet die Familienkarte.