Jetzt hat die SPD Brandenburg ein Zielkonzept für den Ausbau der Schieneninfrastruktur beschlossen. „Der Vorstand hat sich dafür ausgesprochen, den Ausbau zu beschleunigen“, teilte Katrin Molkentin, Referentin für Politik und Kommunikation, am Montag mit. In Oberhavel sollen folgende Projekte gleichrangig  in Angriff genommen werden:
■ die Verlängerung der S-Bahn von Hennigsdorf nach Velten,
■ die Direktanbindung des Prignitz-Express in die Berliner Innenstadt,
■ die Wiederinbetriebnahme der Stammstrecke der Heidekrautbahn nach Gesundbrunnen,
■ die Verdichtung der S-Bahn auf nachfragestarken Außenästen – dazu zählen auch die S 1 und S 25 – auf einen Zehn-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit
Detlef Bröcker, Geschäftsführer der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB), die die Heidekrautbahn betreibt, schätzt die Chance auf die Reaktivierung inzwischen auf 55 Prozent. Noch vor einem Jahr hatte seine Prognose bei zehn Prozent gelegen. „Ich bin vorsichtig optimistisch“, sagte er kürzlich bei einem Gespräch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Jens Koeppen. „Die Sache wird dieses Jahr noch entschieden“, schätzt er.
„Ich möchte, dass das Projekt Heidekrautbahn sofort in Angriff genommen wird“, forderte auch der Berliner Abgeordnete und verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Tino Schopf, bei einem Besuch im Mühlenbecker Rathaus. „Kein anderes In­frastrukturprojekt kann so schnell umgesetzt werden“, sagte er.
Nach dem Berliner Abgeordnetenhaus hat sich die Bezirksverordnetenversammlung von Pankow auch für die Wiederinbetriebnahme ausgesprochen. Fraktionsübergreifend setzen sich Pankower Politiker dafür ein, die Heidekrautbahn als „Leuchtturmprojekt“ bevorzugt zu behandeln.