Dass es gleich 200 Brötchen sein werden, die der Kreisbauernverband Oberhavel-Barnim für die Teilnehmer an der Sternfahrt nach Berlin braucht, damit hatten Corinna Schindler und Franziska Winkelmann nicht gerechnet. Die  beiden sind bei der Sprint-Tankstelle in Liebenwalde angestellt, und dort hatte Ralph Wittwer als Geschäftsführer des Bauernverbandes nachgefragt, ob sie bereit wären, für die Teilnehmer an der geplanten Demo nach Berlin Verpflegungsbeutel zu packen. In Groß Schönebeck wollten sich die Landwirte aus Oberhavel, dem Barnim und der Uckermark treffen, um sich mit ihren Traktoren und anderen Landmaschinen auf den Weg Richtung Regierungsviertel in der Hauptstadt zu machen. Anhand der Rückmeldungen rechnete Wittwer mit rund hundert Teilnehmern und orderte deshalb ebenso viele Verpflegungsbeutel. Tatsächlich wurden auch 97  benötigt.
Weil sie ihre Hilfe zugesagt hatten, trafen sich Corinna Schindler und Franziska Winkelmann am 22. Oktober schon um 3.30 Uhr in der Tankstelle, um mit ihrer Extra-Frühschicht zu beginnen. Denn um 7.45 Uhr sollten die Verpflegungsbeutel abgeholt werden. "Versprochen ist versprochen", standen sie zu ihrer Zusage und sie würden es auch wieder tun, wie sie am Freitag bei einem Treffen mit Wittwer und dem Chef des Barnimer Bauernverbandes sagten. Die Zwei, als Dritter im Bunde fehlte der Oberhaveler Kreisbauern-Chef krankheitsbedingt, waren mit Urkunde und Präsentkorb in die Tankstelle gekommen, um den Frauen und ebenso Inhaber Jörg Arens für die Unterstützung bei der Durchführung der Aktion zu danken. "Mit der Sternfahrt wollten wir auf die Probleme aufmerksam machen, mit denen die Bauern heute in Brandenburg zu kämpfen haben", erklärte Wittwer und verwies zugleich darauf, dass es im November weitere Demonstrationen in Berlin geben werde.