Akribisch durchsuchten die Kommunalpolitiker das umfangreiche Zahlenmaterial nach Einsparmöglichkeiten. Doch auch Aufstockungen im Finanzansatz wurden vorgeschlagen, unter anderem für die Versorgung der Kinder in Kitas und Hort. Sparmöglichkeiten sahen die Finanzfachleute unter anderem im Bereich der Heimat- und Kulturpflege und auch bei der räumlichen Planung. Hier handelt es sich um die Überarbeitung des Flächennutzungsplans (FNP). Da die Verwaltung darauf verwies, dass die notwendig sei, um unter anderem Baugebiete ausweisen zu können, wurde davon allerdings Abstand genommen.
Dass die Verwaltung innerhalb des Finanzhaushaltes rund 300 000 Euro für den kommunalen Straßenbau ausgeben will, nahmen die Ausschussmitglieder mit Freude zur Kenntnis. Was allerdings fehlte, war eine neue Prioritätenliste, anhand der die Arbeiten geplant werden können. Die sollen die Kollegen vom Bauausschuss erstellen.
Um eine Zuarbeit wurden auch die Mitglieder des Sozialausschusses gebeten. Hier geht es konkret um die in den Kitas der Stadt vorhandenen Standards. Denn in einigen waschen die Eltern die Bettwäsche ihrer Kinder selbst, andere Eltern geben Obst mit in die Kita, das dann dort nicht besorgt werden muss. In der Einwohnerfragestunde zu Beginn der Sitzung hatten Eltern auf diese Unterschiede verwiesen und "der Gerechtigkeit halber" gleiche Standards in allen Kitas gefordert. Die Eltern hoffen, dass eine Erhöhung der Kitagebühren abgewendet werden kann, wenn sie aktiver werden. Für die Mitglieder des Finanzausschusses keine Alternative. Sie verweisen umgekehrt darauf, dass diese Standards laut Kitagesetz zwingend durch denKita-Träger zu leisten seien. Der Sozialausschuss soll dazu nun eine Stellungnahme abgeben.
Um die Einwohner intensiver in die Haushaltsberatungen einzubinden, soll es auch in Kremmen einen Bürgerhaushalt geben. Vorgeschlagen wird ein Budget von 50 000 Euro mit einen Sockelbetrag von 5 000Euro für die Ortsteile. Die restliche Summe wird nach Einwohnerzahl verteilt.
Die Bürger können bis Ende Februar für das Haushaltsjahr Vorschläge einreichen, die Verwaltung prüft lediglich, ob das Vorhaben umgesetzt werden kann. Sollten keine Vorschläge eingehen, kann der Beirat alternativ das Geld den Kindereinrichtungen im Ortsteil für Sozialprojekte oder der Freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung stellen.