Wie landet eine Bayerin als Fahrerin in Wolfslake?
,Matze’ Bartz hat mich gefragt. Ihn kenne ich durch die gemeinsame Zeit in Diedenbergen. Ich mag ihn. Er hat Erfahrung, ist ein toller Kerl und wird ein guter Teammanager sein. Das ist viel wert. Eigentlich wollte ich für einen anderen Verein fahren. Nun habe ich mich aber für Wolfslake entschieden, weil ich da ein besseres Gefühl habe.
Neu ist für Sie nicht nur der Verein, sondern auch die 500-ccm-Klasse. haben Sie davor ein bisschen Bammel?
Im letzten Jahr bin ich tatsächlich noch in der 250-er gefahren. Aber im Training und in fünf Rennen habe ich schon die 500er-Maschine getestet. Es war schon so, dass ich da noch Respekt hatte. Die Maschine ist zwar die gleiche, sie hat aber einen größeren Motor. Nun freue ich mich riesig drauf. Es ist eine Herausforderung, die ich gern annehme.
Was reizt Sie eigentlich am Teamcup?
Wie es der Name sagt, stehen da Teamrennen an. Die mag ich ganz besonders. Da spürt man den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und bekommt wertvolle Tipps. Dadurch kommst du von der Leistung her weiter. Ein solches Team kann aber nur funktionieren, wenn alle teamfähig sind.
Kennen Sie die neuen Teamkollegen denn schon?
Ja, das Team ist mir bekannt. Steven Mauer auch durch seinen Papa, der mein Sponsor ist. Und gegen Mads Hansen bin ich 2017 bei der Long-Track-WM gefahren. Er holte den Titel, ich wurde Zweite. Mit Lukas Wegner bin ich schon etliche Rennen in der 250er-Klasse gefahren.
Kennen Sie auch die Bahn in Wolslake?
Da habe ich 2014 zum ersten Mal bei einer Deutschen Meisterschaft auf dem Treppchen gestanden, als ich Vizemeister wurde. Darum verbinde ich mit dem Eichenring ganz besondere Erinnerungen.
Vize-Weltmeister, Deutscher und Süddeutscher Meister, Champ of the Camp, Sportler des Jahres: In Ihrer Vita stehen viele Titel. Was würden Sie als den größten Erfolg bezeichnen?
Das ist schon der zweite Platz bei der Weltmeisterschaft.
Sie sind dem Speedway seit 2006 verbunden. Wie sind Sie als damals kleines Mädchen bei diesem Sport gelandet?
Mein Papa ist Eisspeedway gefahren. Das darf man aber erst ab 16 Jahren. Daher sind wir zur Sommerversion gegangen. Ich habe ein Schnuppertraining in Olching mitgemacht, bin dann regelmäßig hin und habe gar nicht mehr aufgehört.
Bleibt bei diesem Hobby Raum für andere Aktivitäten in der Freizeit?
Da hängt schon sehr viel Zeit dran. Im Sommer sind jedes Wochenende Rennen. Freizeit bleibt da nicht. Es steht immer Speedway auf dem Plan. Für diesen Sport muss man viel Zeit investieren. Wenn man was erreichen will, macht man das aber gern.
Legen Sie auch in der Werkstatt Hand an?
Im Moment mache ich viel für die Schule. Wenn die nicht laufen würde, dürfte ich den Sport nicht ausüben. Daher überlasse ich das Basteln dem Papa. Ich würde es gern machen, aber die Tage sind halt schnell rum, wenn etwas Zeit für die Freunde bleiben soll.
Können Sie bei diesem Wetter eigentlich schon im Freien trainieren?
Die ersten Einheiten auf der Bahn sind am ersten Wochenende im März geplant. Hoffentlich spielt das Wetter mit.
Sind bei der Entfernung zu Wolfslake überhaupt gemeinsame Trainingsrunden mit dem Team möglich?
Das wird schwer. Aber das ist für mich okay. Ich bin in den letzten vier Jahren für drei Vereine im Teamcup gefahren, die von meiner Heimat auch weit weg waren. Als Team nicht gemeinsam trainieren zu können, war nie ein Problem. Und ich sehe da auch jetzt kein Problem.
Was steht für Sie in diesem Jahr neben dem Teamcup an?
Ich fahre den Bayerncup und die Süddeutsche Bahnmeisterschaft. Auch in der Speedwayliga Nord bin ich dabei. Und einen Vertrag in der 1. Liga habe ich auch. Da fahre ich für Stralsund.