Der Sponsorenlauf in Kremmen hat mittlerweile Tradition. Die Initiative ging von der Oberschule aus. Eine Lehrerin sei Mitglied gewesen, wie Annette Reidt, stellvertretende Vorsitzende des Vereins Kinderträume, sagte. „So kam der Kontakt zustande.“ Liefen die Oberschüler das erste Mal noch alleine, schlossen sich in den Folgejahren schnell die Grundschulen in Kremmen und Beetz sowie die Kremmener Rhinstrolche an.
Bürgermeister Sebastian Busse (CDU), der den Lauf mit eröffnete, wird auch in diesem Jahr für die beste Läuferin und den besten Läufer jeweils einen Euro pro Runde spenden. Am Ende schaffte Virginia Winter aus der Klasse 9b ganze 64 Runden, Max Oberath aus derselben Klasse rannte zwei mehr.
Etwas enttäuscht zeigte sich Busse über die fehlende Motivation vieler Oberschüler. Sie saßen am Rand und schauten lediglich zu, wie ihre Mitschüler Runde um Runde zurücklegten. „Wenigstens eine obligatorische Runde für einen Euro könnte jeder Schüler hinter sich bringen“, so Busse.
Die Teilnahme beruht zwar auf Freiwilligkeit, dennoch wünscht sich Busse mehr Engagement von einigen Jugendlichen, „schließlich geht es hier um eine gute Sache.“ Vielleicht müsse man bei einigen noch einmal die Eltern in die Pflicht nehmen, bestimmte Werte zu vermitteln. Dennoch war er positiv gestimmt: „Es ist schon toll, wie stolz hier viele sind, für den guten Zweck zu laufen“, sagte er.
„Die Schüler wissen ganz genau, wo das Geld hingeht“, zählt Oberschuldirektorin Elke Schwabe ein Motivationsargument zur Teilnahme ihrer Schüler auf. „Die Kinder, denen das Geld zugute kommt, sind meist in ihrem Alter oder etwas jünger.“ Das schaffe Identifikation. Sponsoren mussten sich die Jugendlichen selbst suchen. „Einige Lehrer stellten sich dabei für ihre Klasse als Geldgeber bereit.“
Der mit organisierende Förderverein sammelt am Ende die Spenden und überweist sie an den Verein. „Das ist einfach grandios“, kommentierte Annette Reidt die kontinuierliche Spendenbereitschaft. „Kremmen gehört mit zur Basis unserer Arbeit.“ Insgesamt kamen aus der kleinen Stadt im Laufe der Jahre mehr 73 000 Euro. Wie viel es in diesem Jahr geworden sind, steht noch nicht fest. Der 1997 von Maria Kohl und sechs Mitstreitern gegründete Verein ermöglicht lebensbedrohlich erkrankten Kindern und Jugendlichen das Verwirklichen von Träumen. Falsche Hoffnungen sollen nicht geweckt, eher Lebensmut als Geschenk verpackt werden.
Eine kleine Delegation aus Schülern und Kita-Kindern wird noch in diesem Jahr den in Berlin ansässigen Verein besuchen. „Wir zeigen ihnen dann, welche Kinderwünsche mit den Spenden erfüllt werden können“, so Annette Reidt. „Dann haben die Schüler eine noch direkte Verbindung und sehen, dass ihr Geld wirklich ankommt.“

Ergebnisse


■ Insgesamt beteiligten sich am Mittwoch 179 Grundschüler aus Kremmen, 84 Oberschüler, 12 Grundschüler aus Beetz und 80 Kita-Kinder sowie drei Lehrer/Gäste.■ Die meisten Runden absolvierten bei den Jungs: Max Oberath (66) aus der 9b, Mohammad Hossainzada (64) und Abdul Amlmushhan (58) aus der 10b. Bei den Mädchen rannte Virginia Winter aus der 9b ganze 64 Runden, ihr folgten beiden die Siebtklässler Emmelie Steinke und Josefine Wolf mit jeweils 60 Runden. (win)