Sportvereine seien die Stützpfeiler der Gesellschaft. Mit dieser Aussage warb SPD-Politiker Uwe Klein im Kreistag für die neue Sportförderrichtlinie des Kreises. Musste er aber nicht: Die Abgeordneten brachten das neu verhandelte Werk mit Wirkung zum 1. Januar kommenden Jahres einstimmig auf den Weg.
„Aus meiner Sicht ist gut verhandelt worden“, lautet der Kommentar von Frank Müller. Der Vorsitzende des Kreissportbundes war an der Neufassung der Sportförderrichtlinie beteiligt – und ist zufrieden, „wenngleich es natürlich immer noch andere Wünsche gibt“.

Zuschuss bei Fort- und Weiterbildung

Besonders erfreulich sei aus seiner Sicht, dass sich ab 1. Januar kommenden Jahres neue Möglichkeiten im Bereich der Aus- und Weiterbildung ergeben werden. Wie es auch im Rahmen der Kreistagssitzung von Katrin Gehring (CDU) dargestellt worden sei, sehen sich die Vereine einem steigenden Verwaltungsaufwand konfrontiert. „Der Umfang der Tätigkeit für die ehrenamtlichen Vorstände ist enorm. Das ist ohne Lehrgang fast nicht zu schaffen.“
Der Wunsch nach finanzieller Unterstützung strukturbildender Maßnahmen in Form von Aus-, Fort- und Weiterbildungen wurde als neue zusätzliche Fördersäule mit aufgenommen. Hierbei handelt es sich um eine Anteilsfinanzierung, bei der die Vereine pro Teilnehmenden 50 Prozent der Aus-, Fort- und Weiterbildungskosten tragen. Dafür wird im Haushaltsplan für 2021 ein Betrag in Höhe von 30.000 Euro eingestellt.

Festbetrag pro Mitglied

„Neben dem Bildungsprogramm des Landessportbundes entsteht damit ein weiteres Angebot“, freut sich Katrin Gehring – betont aber auch, dass auf den KSB nun sehr umfangreiche Aufgaben zukommen würden. Die gesamte Organisation und Durchführung der Lehrgänge obliegt dem Dachverband der Oberhavel-Sportvereine. „Ob das mit der aktuellen Personalstruktur möglich ist, wird sich zeigen müssen“, so die CDU-Politikerin. Der Bildungsplan bedarf dann der vorherigen Zustimmung des Landkreises.
Der Verantwortung für den ehrenamtlichen Sport werde der Kreis aus Sicht von Uwe Klein auch im Bereich Kinder- und Jugendförderung gerecht. Bislang gab es eine Staffelung der Förderung nach der Anzahl der Kinder und Jugendlichen im Verein. Im Rahmen der Evaluation äußerten vor allem mitgliedsstarke Vereine erneut den Wunsch nach einer hundertprozentigen Förderung der Anzahl der Kinder und Jugendlichen im Verein.

Ralf Nikolai ist zufrieden

„Die Ungleichbehandlung von großen und kleinen Vereinen gibt es nicht mehr“, stellt Ralf Nikolai (Fraktion FDP/Piraten) zufrieden fest. Ab Januar gilt: Den Vereinen wird ein Festbetrag in Höhe von 17,50 Euro pro beantragtes Mitglied gewährt. Damit soll mehr Planungssicherheit und Transparenz für die Vereine in der Förderhöhe geschaffen werden. Im Haushaltsplan 2021 wird dafür ein Ansatz in Höhe von 180.000 Euro (Erhöhung um 30.000 Euro) veranschlagt.
„Der Fördertopf wird noch einmal voller“, freut sich Katrin Gehring. 17,50 Euro seien „eine verlässliche Summe, die Planungssicherheit gibt“. Diese Verbesserung habe sich der Sport in Oberhavel aus Sicht von Uwe Klein verdient: „Er hat eine Bedeutung in gesundheitspolitischer, pädagogischer und kultureller Hinsicht. Es werden Angebote geschaffen, für die der Staat bei Weitem nicht die Ressourcen hat. Sportförderung ist eine lohnende Investition.“

Der Weg zur Sportförderrichtlinie


Die Sportförderrichtlinie des Landkreises Oberhavel trat zum 1. Januar 2016 in Kraft und wurde nun einmal mehr verändert.

Eine solche Evaluation erfolgt alle zwei Jahre.

Auch die Vereine konnten sich in diesen Prozess einbringen. Die Umfrage enthielt Fragestellungen zum Antrags- und Abrechnungsverfahren (Formulare, Verwendungsnachweise, Abrechnung der Fördermitteln) sowie zu Förderschwerpunkten.

Von den 208 kontaktierten Vereinen kamen 50 Rückantworten. Diese Vereine repräsentieren einen Querschnitt der Vereinslandschaft sowohl im Hinblick auf die Mitgliederzahlen, Sportarten und Regionen Oberhavels.

Auch bei Infoveranstaltungen in Oranienburg und Gransee wurden Hinweise und Anregungen gesammelt