Mit großem Engagement und viel Einsatz kämpfen die Mitglieder der Bürgerinitiative seit Jahren dafür, in ihrem Heimatdorf wieder einen funktionierenden Treffpunkt zu bekommen. Eine treibende Kraft dabei ist Andreas Lücke, der von Geburt an in Bernöwe lebt. Der 55-jährige Unternehmer will die alte Feuerwache wieder in Schuss bringen und einen zentralen Raum für Veranstaltungen schaffen. Er würde das marode Gebäude gerne kaufen und zusätzlich zu dem geplanten Bürgersaal zwei kleine Ferienwohnungen einrichten. Die sollen dann das Geld einbringen, das für den Unterhalt des Bürgersaales gebraucht wird.
In der Vergangenheit gab es die eine oder andere Unstimmigkeit zwischen den Bernöwern und der Stadtverwaltung in Oranienburg. Die Bernöwer fühlten sich vernachlässigt. Diese Zwistigkeiten sind seit Dienstag offenbar ausgeräumt. Bürgermeister Alexander Laesicke hat sich viel Zeit genommen und den Bernöwern zugehört und er freute sich über das Engagement der Bürger. Ausdrücklich begrüßte Laesicke die Bereitschaft von einigen Bernöwern, für den Ortsbeirat zu kandidieren.
Neben einem Raum für Feste und Veranstaltungen vermisst Andreas Lücke eine Möglichkeit, bei schlechtem Wetter Trauerfeiern in Würde zu begehen. Auf dem nahegelegenen Friedhof gibt es keine Möglichkeit für Trauergäste, sich unterzustellen. "Ich erinnere mich an eine Dame, die im Winter gestorben war. Das war eine unwürdige Trauerfeier, weil die Gäste nicht bei Schnee und Kälte auf dem Friedhof bleiben wollten", erzählt er.
Sebastian Bicher machte sich große Sorgen um den Platz vor der alten Feuerwache. "Hier haben wir früher Feste gefeiert", erinnert er. Das wäre in Zukunft nicht möglich, wenn die Fläche verpachtet und bebaut würde. Umso größer war seine Freude, als er die Nachricht von Alexander Laesicke vernommen hatte. Bisher wünschte er sich ein Gesamtkonzept für den Platz, der direkt am vielgenutzten Radwanderweg Berlin-Kopenhagen liegt. Er schlägt vor, dort einen Rastplatz für Radfahrer einzurichten und die Bushaltestelle zu integrieren. Außerdem sei dieser Platz der richtige Ort für die Informationstafel über Bernöwe, die derzeit noch ein wenig versteckt im Wald an einer Kurve außerhalb steht. Bisher erinnerte er den Bürgermeister daran, dass die Bernöwer die meisten Touristen begrüßten."Wer mit dem Rad von Norden kommt, erreicht hier Oranienburger Gebiet."
Der Berliner Otto Losch hat seit Mai 1987 ein Datsche in Bernöwe. Ihm ist der Ort ans Herz gewachsen und er wünscht sich sehnlichst, dass wieder Kultur einziehe in die alte Feuerwache.
Die 13 anwesenden Mitglieder der Bürgerinitiative waren zufrieden mit dem Besuch des Bürgermeisters. Missverständnisse konnten ausgeräumt werden und sie sehen eine Perspektive für die Zukunft der alten Feuerwache und des Platzes davor. Laesicke würdigte den Einsatz der Bürger: "Es ist schön, dass hier so viel aktives Leben ist. Wenn Engagement von unten kommt, ist es nachhaltig." (bam)