Drei Tage Festival könnten nicht als "permanent" beschrieben werden, so Brunner. "Das ist an den Haaren herbeigezogen." Genau darauf beruft sich der Landkreis: Wegen der Regelmäßigkeit der Veranstaltung sollen die ehrenamtlichen Organisatoren des nichtkommerziellen Musikfestivals einen Bebauungsplan erstellen. Vor kurzem erhielten sie vom Kreis eine Ordnungsverfügung, die das Aufstellen von Zelten, die Nutzung der landwirtschaftlichen Fläche, die Einfriedung und das Errichten von Verkaufsständen unter Strafe stellt. "Dabei gibt es keine baulichen Veränderungen in der Kuhtränke", sagt Brunner. Es werde lediglich Catering für die Helfer angeboten.
Festivalunterstützer Reiner Tietz (Linke) macht auf das im Mai vorgestellte Regierungsprogramm der CDU Brandenburg aufmerksam. Darin steht als Stichwort: "Brandenburg zum Land der Festivals machen." Weiter: "Wir wollen die verschiedenen Festivals in Brandenburg langfristig sicher."
Die Stadt Kremmen unter CDU-Führung von Bürgermeister Sebastian Busse zumindest habe "ihr möglichstes getan", wie er am Montag sagt. Er, ein Freund Grützmachers, halte die Kreis-Entscheidung, gegen die er sich nicht positionieren werde, nicht für eine politische. Die Kreis-Juristin habe unterschrieben. Im Januar 2019 haben zudem Kremmens Stadtverordneten einen Aufstellungsbeschluss für den B-Plan durchgewunken. Seit April 2018 macht der Landkreis seine Forderung nach einem geänderten B-Plan geltend. Die Festivalmacher arbeiteten mit Rechtsbeistand an der Erfüllung. Dabei stellten sie fest: Ein B-Plan sei überflüssig. "Die Grundlage, auf die sich der Landkreis bezieht, ist weit hergeholt", sagt Kunwald.
Die Landtagsabgeordnete Isabelle Vandré (Linke) spricht von unterschiedlichen Auslegungen der gesetzlichen Grundlagen. "Grützmacher beruft sich auf die Bauordnung, die Festivalmacher auf die Ordnungs- und Sicherheitsgesetzgebung", sagt sie. Ihrer Meinung nach ist ein dreitägiges Festival keine auf Dauer angelegte bauliche Veränderung der landwirtschaftlichen Fläche.
Der Stadtverordnete André Klein (Grüne) aus Kremmen sieht das genauso. "Der Landkreis sollte hier zukunftsgewandt agieren", sagt er. "Wir gehen momentan davon aus, dass es politische Motive gibt."
Kreistagsmitglied Ralf Wunderlich (Linke) sagt, "das hätte man mit gutem Willen in einem Schlichtungsverfahren klären können." Ein Gespräch zwischen Kreis und Festivalmachern blieb erfolglos. Ein Widerspruch ging an den Kreis. Das Verwaltungsgericht bestätigte laut Kundwald den Eingang der Eilverfügung. "Wir gehen davon aus, dass es zeitnah zu einer Verhandlung kommt." Mit offenem Ausgang.

Der Vorverkaufläuft weiter


Das Festival soll am Oranienburger Weg in Kremmen stattfinden. Angesetzt ist es für die Tage vom 2. bis 4. August. Im vorigen Jahr kamen rund 2 500 Besucher. Den Vorverkauf kritisierte die Baubehörde des Kreises. Karten gibt es im Internet unter https://resisttoexist.de. win