Der Streit um die Vergabeleistungen für die geplante Wohnanlage für Asylbewerber in Kremmen geht in die nächste Runde.
In einem weiteren Schreiben an die Kommunalaufsicht des Landkreises Oberhavel haben sechs Kremmener Abgeordnete nunmehr den sofortigen Baustopp für die Errichtung der neun Häuser an der Berliner Straße gefordert. Eckhard Koop (parteilos), Arthur Förster, Uwe Fritz (UWG/LGU), Fritz Falkenberg (Linke), Frank Bommert und Sebastian Busse (CDU) hatten in einem ersten Schreiben vom 22. Februar "erhebliche Zweifel an der rechtskonformen Ausschreibung der Leistungen" angemeldet. Tatsächlich hatte daraufhin die Kommunalaufsicht in der vergangenen Woche dem Kremmener Rathaus mitgeteilt, dass es "umfangreiche inhaltliche Beanstandungen des Vergabebeschlusses" gibt. Auch Kremmens Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse (SPD) räumte Fehler bei der Vergabe der 2,4 Millionen Euro schweren Bauleistungen an die Neuruppiner Firma Kaatzsch Bau GmbH ein, hält diese aber für "heilbar". Kremmens Ortsvorsteher Koop und die weiteren fünf Abgeordneten monieren in ihrem aktuellen Schreiben, dass "ein Fortsetzen der fehlerhaft vergebenen Arbeiten, so als wäre nichts geschehen, neue Tatsachen schafft." Weiter heißt es: "Das ist aus unserer Sicht völlig unakzeptabel."
Bürgermeister Sasse hält die Forderung nach einem Baustopp für verfehlt, auch weil ihm inzwischen die Stellungnahme eines vom Rathaus beauftragten Vergabeanwalts vorliegt. Demnach gebe es zwischen Kommunalaufsicht und Rathaus "unterschiedliche Rechtsauffassungen". Um dort zu einem Kompromiss zu kommen, stehe zeitnah ein Gespräch mit Landrat Ludger Weskamp (SPD) an, so Sasse. Davon abgesehen würden bei einem Baustopp erhebliche Mehrkosten auf die Stadt zukommen.