Trotz Corona soll die Berufsbildungsmesse „youlab“ auch im kommenden Frühjahr in der Oranienburger Turm-Erlebniscity stattfinden. Das kündigten Landrat Ludger Weskamp (SPD), Oberhavels Wirtschaftsdezernent Egmont Hamelow (CDU), der Geschäftsführer der kreiseigenen Wirtschaftsfördergesellschaft Winto, René Kohl und Gerald Zahn vom Regionalen Wachstumskern Oranienburg-Hennigsdorf-Velten (RWK O-H-V) am Freitag an.

Auch virtuelle Messe wäre möglich

„Die Entscheidung für eine Ausbildung gehört die zu wichtigsten im Leben eines jungen Menschen“, sagte Landrat Weskamp. „Der persönliche Kontakt zwischen Bewerbern und möglichen Ausbildungsbetrieben ist dabei sehr wichtig. Deshalb wollen wir wieder eine Präsenzveranstaltung anbieten.“ Sollten die Infektionszahlen aber wieder so stark steigen, dass die Messe im Turm unmöglich wird, soll die „youlab“ durch eine virtuelle Messe ersetzt werden. „Das könnten wir innerhalb von vier Wochen technisch auf die Beine stellen“, sagte René Kohl.

90 Unternehmen in der Turm Erlebniscity

Bis zu 90 Unternehmen werden am 24. März in den beiden Hallen der Turm Erlebniscity ihre Ausbildungsberufe vorstellen. Bislang fand die Messe immer Mitte Februar statt. „Wir haben den Termin bewusst etwas in die schon wärmere Zeit gelegt, um auch die Außenbereiche nutzen zu können“, erklärte René Kohl. Zum einen sollen Schulklassen dort auf Einlass warten können. Zum anderen wollen die Veranstalter Firmen auch vor den Toren des Turms Präsentationsflächen bieten.

Zugang zu den Hallen wird beschränkt

Der Zugang zur Messe in den Hallen selbst wird wegen Corona beschränkt. Nur, wer sich zuvor online unter www.youlab.de angemeldet hat, bekommt Einlass. Die Schüler können zur Messe auch nicht kommen, wann sie wollen, sondern werden in eine der drei jeweils zweistündigen Zeitfenster eingruppiert. Damit soll verhindert werden, dass mehr als 200 Menschen gleichzeitig die „youlab“ besuchen. Das genaue Hygienekonzept wird noch erarbeitet, sagte Winto-Chef René Kohl. RWK-Koordinator Gerald Zahn kann der coronabedingten Regulierung beim Zugang zur Messe durchaus etwas abgewinnen: „Weniger Andrang bedeutet mehr Zeit für intensive Gespräche an den Messetänden zwischen Jugendlichen, Eltern und Unternehmern.“

„Bedarf an Fachkräften wird weiter steigen“

Die Notwendigkeit für die Messe sehen die Veranstalter trotz der durch die Pandemie verursachten Rezession. „Wir kommen noch vergleichsweise gut durch die Krise. Es gibt weiterhin viele Branchen, die dringend jungen Nachwuchs suchen. Gerade im Gesundheitswesen ist das zu erleben. Ich glaube, dass der Bedarf an neuen Fachkräften in den kommenden Jahren eher noch steigen wird“, sagte der Landrat.

60 Prozent der Firmen sind von Fachkräftemangel betroffen

Das glaubt auch Wirtschaftsdezernent Hamelow mit Blick auf den demografischen Wandel: „Die Babyboomer und die Gründergeneration der Nachwendejahre geht auf den Ruhestand zu. Da werden sich noch einige Lücken auf dem Arbeitsmarkt auftun.“ Gerald Zahn sagte, dass rund 60 Prozent der Unternehmen in den RWK-Städten Oranienburg, Hennigsdorf und Velten direkt vom Fachkräftemangel betroffen seien. Bislang sei auch die Hälfte der Aussteller aus den drei Kommunen gekommen. „Ich glaube nicht, dass sich daran groß etwas ändert.“
Interessierte Unternehmern können sich noch bis zum 31. Dezember als Aussteller unter www.youlab.de registrieren.