Die Yogastunde beginnt mit einer schlichten Entspannungsübung. Einfach ruhig stehen, die Augen schließen und an nichts denken. Sofort schwirren dem Anfänger vielleicht nicht tausend, so doch aber viele Gedanken durch den Kopf: die Arbeit, die Familie, was ist heute noch zu machen? Dann heißt es, die Arme langsam heben und einatmen, dann die Arme langsam nach unten absenken und dabei ausatmen. Es ist allein schon eine Kunst, in eben diesen Rhythmus zu kommen. Da hat der Anfänger im Gegensatz zu den Profis in der Runde längst schon dreimal ein- und ausgeatmet.
Dass nebenbei gleich noch Dehnübungen gemacht werden, kann der Geist da noch gar nicht verarbeiten. Muss er auch nicht, wie die Yoga-Lehrerin mit ihrer leisen und einschmeichelnden Stimme beim Gang durch die Teilnehmerreihen erklärt. Jeder macht so viel, wie er kann, wie er will. Der Körper soll durch die Übungen nicht gestresst werden, er soll entspannen. Hier heißt es nicht: Augen zu und durch! Hier gilt die Devise: Augen zu und loslassen. Wer nicht loslassen kann, kann sich nicht entspannen, wer nicht entspannen kann, kann sich nicht erholen, weder körperlich noch geistig. Doch genau darum geht es, und da kommt dann auch die Daunenfeder ins Spiel, keine echte, sondern eine imaginäre. Die Stunde ist fast zu Ende. Bei der letzten Übung liegen die Teilnehmer auf der Matte, nicht abgekämpft und ermattet, sondern entspannt. „Schließt die Augen, lasst eure Gedanken los, hebt die Arme über den Kopf und atmet ein, dann die Arme zurücklegen und ausatmen. Spürt beim Ausatmen, wie die Luft sanft durch die Nasenlöcher ausströmt und die davor liegenden Daunenfeder langsam in die Luft entschweben lässt“, wiederholt Marion Voigt stetig ihren Spruch. Und siehe da, die Feder ist zu spüren, der Kopf ist leer und der Alltagsstress vergessen. Das muss wohl Yoga sein.
Am 6. Oktober gibt es auf der Stutenmilchfarm in Bredow einen Workshop „Yoga für mich“. Anmeldungen werden unter 0172 4229214 angenommen.