Lothar Ebner hatte den MVO vor mehr als 20 Jahren gegründet und war bis zu seinem plötzlichen Tod am 1. März auch immer der Vorsitzende des Verbands. Die meisten Aufgaben hatte er stets selbst übernommen. "Jetzt gilt es, diese Aufgaben zu ordnen und zu verteilen", sagt Fischer.
Bis zum Frühjahr 2015 will der amtierende Vorstand im Amt bleiben und ihm eine neue Richtung geben, dann stehen Neuwahlen auf dem Programm. Falls die Neuausrichtung nicht gelingt, "muss im Frühjahr auch darüber nachgedacht werden, ob der MVO stillgelegt wird", so Fischer. Allerdings hätten sich die Mitglieder auf einer Versammlung Ende Mai deutlich gegen eine Auflösung ausgesprochen. Auch eine personelle Verjüngung des Vorstands wird angestrebt. Klaus-Peter Fischer (64), bis zu Ebners Tod Vize-Vorsitzender des Verbands, will im Frühjahr nicht mehr in vorderster Linie antreten. Er will den jüngeren den Vortritt lassen, wie er sagt.
Zur inhaltlichen Neustruktur gehört schon jetzt, dass es die hochwissenschaftlichen Toleranzkonferenzen, die jährlich gemeinsam mit der Leibniz-Sozietät in Oranienburg durchgeführt wurden, nicht mehr geben wird. "Diese Veranstaltung war zu weit entfernt von unseren Mitgliedern", erläutert Fischer. 2014 soll es auch keine Wirtschaftskonferenz geben wie in den vergangenen Jahren, zunächst müsse der Verband intern seine neue Linie finden, sagt Fischer. Mögliche Fusionen mit anderen Unternehmerverbänden im Landkreis stünden nicht im Vordergrund.
Knapp 200 Mitglieder gehören dem Mittelstandsverband an. In den vergangenen Jahren sank ihre Zahl. Ziel ist es nun, neue Mitglieder zu gewinnen. Frank Heidrich, Chef von Eltav (Elektro-Anlagenbau und Vertriebsgesellschaft) Birkenwerder, will zum Beispiel vor allem den Handwerksbetrieben im Verband mehr Gehör verschaffen und verstärkt die Themen Fachkräftemangel und Nachwuchsakquise anbieten.
Wie schon in der Vergangenheit will sich der MVO auch weiterhin für den Ausbau der Bundesstraße 96 stark machen und im Sinne eines "positiven Lobbyismus" vorantreiben. Fischer bedauert in diesem Zusammenhang, dass die bisherigen Ergebnisse des B-96-Beirats, in dem der MVO ebenfalls Mitglied ist, "eigentlich lächerlich sind". Auch die Willenserklärungen diverser Bundestagsabgeordneter zum B-96-Ausbau hält Fischer allenfalls für schöne Worte. "Erreichen können sie nichts."