Die CDU-Landtagsabgeordnete Nicole Walter-Mundt lehnt eine autofreie Bernauer Straße im Abschnitt zwischen Stralsunder und Sachsenhausener Straße ab.
„Die Sperrung der Bernauer Straße ist für mich und für die CDU keine realistische und ernsthafte Option, um die Innenstadt aufzuwerten“, sagte Walter-Mundt am Montag, einen Tag nachdem der Oranienburger Henning Schluß gemeinsam mit SPD, Linken und Grünen mit einem spektakulären Fotoshooting anschaulich gemacht hatten, wie groß der Flächenverbrauch des motorisierten Individualverkehrs ist. Schluß hatte im Anschluss an die Aktion gesagt, dass damit eine Beitrag zur Diskussion über die Zukunft der Bernauer Straße geleistet worden sei.

Studie zur Einkaufsmeile

Die Stadtverordneten hatten die Stadtverwaltung mit einer Studie zur Stärkung der Einkaufsmeile beauftragt. Schon vorher gab es immer wieder auch Forderungen, den Verkehr umzuleiten, um die Straße zwischen Bahnbrücke und Sachsenhausener Straße zur Flaniermeile machen zu können. Auch Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) hatte sich im Bürgermeisterwahlkampf für eine Verkehrsberuhigung ausgesprochen.

„Am Leben der Menschen vorbei“

Für die CDU ist das undenkbar. „Wir reden hier von einer Bundesstraße, die für uns Oranienburger und für den Wirtschafts- und Einzelhandelsstandort eine der wichtigsten Hauptverkehrsachsen dieser Stadt ist“, sagte Walter-Mundt. Es gebe bislang keine Vorschläge für eine „funktionierende Alternativroute“. Die Forderung nach einer Sperrung des Teilstücks der Bernauer Straße für den Autoverkehrs laufe „deshalb am Leben der Menschen vorbei“.
„Mehr als fünfzig Prozent der Verkehrsteilnehmer nutzen das Auto für ihre täglichen Wege zur Arbeit oder um Erledigungen in der Stadt zu tätigen.“ so Walter-Mundt. Sie forderte ein Parkraumbewirtschaftungskonzept und „vor allem mehr Parkmöglichkeiten für Pkw“. Darauf werde die CDU in der Diskussion zur Innenstadtentwicklung den Fokus legen. Das gelte auch für eine Bebauung des Fischerwegs mit kleinen Läden und Cafés.
Zum sogenannten Fischerkiez gibt es allerdings noch keine Beschlüsse. Und auch die Ideen wurden noch nicht erarbeitet. Die Stadtverordneten hatten den Antrag der Verwaltung für einen Ideenwettbewerb für das Gebiet bereits zweimal vertagt.