Der Trainer der Oranienburger Volleyballerinnen bediente sich am Sonntag einiger Superlative, als er nach dem Verfolgerduell der 3. Liga Nord über die Vorstellung seiner Mannschaft sprach. "Phänomenal" sei es gewesen, was seine Schützlinge zeigten. "Ich bin so stolz auf die Mädels", jubelte Trainer Peter Schwarz nach dem 3:1-Sieg gegen die SG Rotation Prenzlauer Berg II. Es dürfe nicht vergessen werden, dass die Hauptstädter als Meister des Vorjahres in den bisherigen 15 Saisonspielen nur zwei Niederlagen hinnehmen mussten.
Gegen den Tabellenzweiten spielte sich der VSV Havel in eigener Halle in einen Rausch, wie es Franziska Ambos formulierte. "Eigentlich hatten wir keine Siegeserwartungen. Wir wollten einfach nur ein geiles Spiel abliefern." Das sei gelungen. Nur im ersten Satz unterliefen den Oranienburgerinnen aus Sicht von Schwarz viele Ungenauigkeiten. "Die Annahme hing ganz schön." Die Gastgeberinnen machten es beim 19:24 durch vier Punkte in Folge zwar noch einmal spannend, mussten den Satz dann aber abgeben (23:25).
Was dann passierte, sei überragend gewesen. "Wir haben die Annahme in den Griff bekommen, was dazu führte, dass Rotation keinen Zugriff mehr im Aufschlag hatte", bemerkte der VSV-Coach. "Trotzdem machten wir unsere Breaks weiter und fingen an, im Block sauber rüberzugreifen." Was seine Mannschaft in den Sätzen zwei und drei gespielt habe, "war nahezu fehlerfrei". Folge: Die Durchgänge gingen mit 25:13 und 25:14 an Havel. "Als wir den Sieg gerochen haben, wollten wir ihn unbedingt haben", so Ambos. Auch dank der Unterstützung von den Zuschauerrängen habe alles geklappt.
Der vierte Abschnitt war lange ausgeglichen. "Das war der Kämpfersatz", so Schwarz. Seine Truppe behielt die Nerven und machte mit dem 25:21 den Erfolg perfekt. "Ich empfinde riesige Freude. Rotation ist der Tabellenzweite, der nicht viele Spiele verloren hat", betonte der Übungsleiter nach dem sechsten Sieg seines Teams in Folge. Diese Serie überrasche ihn selbst ein bisschen. Die Gründe? "Wir haben an Stabilität gewonnen, sind viel energischer in den Aktionen. Und wir holen Bälle in der Abwehr, die vor zwei Monaten noch reingefallen wären. Alle stehen füreinander da. Es ist ein Miteinander."
Jubel brandete auch Minuten nach dem letzten Ballwechsel noch einmal auf. Grund war die Ehrung der wertvollsten Spielerin der Partie. Die Wahl des gegnerischen Trainers fiel auf Franziska Ambos – die unter Tränen das dazugehörige Präsent entgegennahm. "Ich habe die ganze Zeit eigentlich gar nicht gespielt, erst in der Rückrunde wieder. Bis dahin habe ich viel auf der Auswechselbank gesessen. Darum ist das für mich ein viel größerer Erfolg", so die Zuspielerin. Für die noch anstehenden vier Saisonspiele formuliert die 34-Jährige ein klares Ziel: "Toll wäre es, in der Rückrunde ungeschlagen zu bleiben." Momentan steht der VSV auf Rang drei, sechs Punkte hinter Rotation. "Da noch heranzukommen, wird wohl schwer", Trainer so Schwarz.