Bereits am Mittwoch war ein Bautrupp mit einem Schubverband auf der gesperrten Passage zwischen Oranienburg und Lehnitz angerückt und hatte mit den Vorbereitungen für den Bau einer zweilagigen Containerwand begonnen. Die Containerwand soll nach Auskunft der Stadtverwaltung als Splitterschutz auf dem Uferstreifen errichtet werden und Schiffspassagiere vor einer möglicherweise unkontrollierten Detonation schützen. Auf diese Lösung hatten sich zuvor die Stadt, der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) sowie das Wasser- und Schifffahrtsamt verständigt.
"Verläuft das Aufstellen der Containerwand nach Plan, kann die Schifffahrt voraussichtlich frühestens am Ende der kommenden Woche vorübergehend ihren Betrieb wieder aufnehmen", erklärte Stadtverwaltungssprecherin Eike-Kristin Fehlauer am Donnerstagvormittag. Dies werde allerdings nur eingeschränkt möglich sein, da die systematische Kampfmittelsuche am Treidelweg immer noch laufe. "Das Passieren des Bereiches wird folglich nur außerhalb der Sucharbeiten möglich sein."
Schiffe dürfen den Abschnitt also montags bis donnerstags jeweils vor 7 und nach 17 Uhr befahren, freitags bis sonntags sowie an Feiertagen ganztags. "Weiterhin gilt zu beachten, dass diese Ausnahmeregelung nur gelten wird, solange mit der Bergung der Bomben noch nicht begonnen wurde", so Fehlauer. "Sobald die eigentliche Freilegung der Bomben beginnt, muss der Schifffahrtsverkehr wieder komplett unterbrochen werden."
Der Oranienburger SPD-Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann begrüßte den Kompromiss am Donnerstagnachmittag: "Die Suche nach Lösungen, um den Oder-Havel-Kanal zumindest zeitweise wieder für die Schifffahrt freigeben zu können, war für alle Beteiligten sehr schwierig. Ich hoffe nun, dass sich die Containerwand-Lösung technisch gut umsetzen lässt und die Wasserstraße dann wenigstens an den Randzeiten wieder befahrbar sein wird." Für die gerade startende Wassertourismussaison sowie für die auf die Wasserstraßen angewiesenen Unternehmen seien das "gute Nachrichten in einer dramatischen Situation. Wir befinden uns in einer Krisensituation, in der die Stadt Oranienburg, der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes (KMBD) sowie das Wasser- und Schifffahrtsamt gut zusammenarbeiten", so Lüttmann.Die Sicherheit von Menschen, nicht bei Explosionen eines Blindgängers zu Schaden oder gar zu Tode zu kommen, habe oberste Priorität. "Es ist deshalb nachvollziehbar, dass das Vorbeifahren an den Bombenverdachtspunkten nur außerhalb der Arbeitszeit des KMBD erfolgen kann."