Nur eines hatte Eva Witzgall von der Initiative nicht dabei: die mehr als 1 600 Unterschriften, die voriges Jahr für eine Radverbindung gesammelt wurden. „Ich kenne die Liste“, sagte Busse. „Ich habe unterschrieben.“ Dafür gab es von den rund 15 Angereisten Applaus. Busse begrüßt die Radwegforderung. Er stellte aber klar: „Kremmen kann das alleine nicht finanzieren.“ Die Stadt selbst plant momentan den Lückenschluss zwischen Beetz und Ludwigsaue. Bisher geschätzte Kosten für die drei Kilometer: rund 1,5 Millionen Euro.
Wichtig sei in jedem Fall die Unterstützung des Landkreises, so Busse. Politische Signale gibt es. Die Kreistagsfraktion Grüne/Piraten hat, wie berichtet, selbst eine Kosteneinschätzung vorgelegt. Ergebnis: Die Realisierung der Radwegtrasse könnte 4,6 Millionen Euro kosten. Ein Antrag, der den Radwegbau voranbringen soll, wird dem Kreistag am 13. März vorgelegt.
Die Radweginitiative plant einen Rundweg vom Kremmener Bahnhof über Linumhorst, Hakenberg und Linum. „Die Strecke ist nicht in Stein gemeißelt“, so Eva Witzgall. Laut Rathauschef gebe es zumindest schon einen erschlossenen Radweg nach Flatow. Im aktuellen Haushalt seien keine weiteren Mittel für den Radweg nach Linum eingestellt. „Wie es 2020 aussieht, müssen wir abwarten“, so Busse. Wichtig sei, landkreisübergreifend zu arbeiten. „Wir müssen allerdings nach Wichtigkeit entscheiden“, schob er nach. Auf den Strecken Sommerfeld-Hohenbruch, Hohenbruch-Oranienburg und Schwante-Germendorf fehlen überall Radwege.
Laut Eva Witzgall habe – auch außerhalb der Kranichsaison – der Weg nach Linum eine gewisse Priorität. „Dass es noch keine Unfälle auf der Strecke gab, liegt daran, dass sich niemand mehr traut, dort entlang zufahren“, argumentierte sie. Sie will am Thema dranbleiben. Busse sicherte Unterstützung zu.
Als nächstes will die Initiative Ostprignitz-Ruppin mit ins Boot holen. Dort sollen, wie in Kremmen, in wenigen Wochen Scheck, Konzepte und Gutachten ins hiesige Rathaus gebracht werden.