Nicht nur der Weihnachtsmann erhielt in diesem Jahr zahlreiche Wunschzettel, auf denen sich Kinder aus der ganzen Welt wünschen, Corona möge verschwinden. Auch unserer Redaktion erreichte ein solcher Wunsch – in Form einer kleinen Weihnachtsgeschichte. Geschrieben hat sie Jerry aus Hohen Neuendorf.

Aladin im Jahr 2020 ist Arzt

Der Fünftklässler bekam im Deutschunterricht die Aufgabe, ein Märchen zu modernisieren. Er knüpfte sich die orientalische Geschichte um Aladin und die Wunderlampe aus der Sammlung „Tausundundeine Nacht“ vor. Disney nutzte übrigens die andere lateinische Schreibweise, mit einem doppelten „D“, für den arabischen Namen.
Jerry holte Aladin ins Jahr 2020, wo er als Arzt arbeitet. „Ich hatte gedacht, dass ich mit dem Märchen anderen Mut machen könnte, dass Corona bald verschwindet“, schreibt der Junge in seiner E-Mail. „Ich würde mich freuen, wenn Sie mein Märchen in die Zeitung bringen würden.“ Und genau das machen wir hiermit. Überschrieben hat Jerry seine Version mit dem Titel „Aladin“.

Jerrys Märchen in voller Länge:

In einer Welt, die von Corona übernommen wurde, gab es einen Arzt namens Aladin, der eine seltsame Begegnung hatte.
„Der Nächste, der wegen Corona ins Krankenhaus muss“, schrie ein Angestellter, während er den Patienten auf sein Zimmer brachte. Aladin rannte aufgeregt hin und her. Sein Kollege und bester Freund Dschafar rief ihm zu: „Aladin, wir sind so nah dran, einen Impfstoff herzustellen, der Corona bekämpfen kann.“ Aladin sagte: „Ich weiß, aber Corona breitet sich schnell aus.“
Aladin dachte nach. Aber ihm fiel nichts Gutes ein. Als er auf die Uhr sah, bemerkte er, dass er schon längst Feierabend hatte und der Hunger ihn plagte. Er eilte zum Kaufhaus, um sich etwas zum Essen zu kaufen. Als er so durch die Regalreihen ging, fand er eine alte Lampe. Aladin sah sich die Lampe genauer an und fand, dass sie gut auf seinen Schreibtisch passen würde. Er kaufte sie und ging nach Hause.
Als er zu Hause war, bemerkte er, dass Dreck auf der Lampe war, und er rubbelte daran herum. Plötzlich kam ein blaues Wesen heraus. Aladin erschreckte sich und fragte: „Wer bist du?“
„Ich bin der Flaschengeist Adam und ich kann dir einen Wunsch erfüllen.“
Aladin dachte lange nach. Eigentlich hatte er keinen Wunsch.
Am nächsten Tag erzählte er seinen Kollegen von der seltsamen Begegnung. Einer der Kollegen sagte: „Du kannst dir einen Impfstoff gegen Corona wünschen.“
„Einen Impfstoff“, sagte Dschafar. Plötzlich hatte er eine Idee: Er könnte die Lampe stehlen.
Als Aladin den Flaschengeist hervorrufen wollte, schlug Dschafar ihm die die Lampe aus der Hand.
Aladin sagte: „Was soll das?“
„Ich will den Impfstoff verkaufen und reich werden“, sagte Dschafar und rannte weg.
Aladin erwischte Dschafar noch und konnte die Lampe zurückerlangen.
Etwas später kam die Polizei und Dschafar landete im Gefängnis. Aladin wünschte sich einen Impfstoff und konnte so die Welt von Corona befreien. Am Ende wurden er und der Flaschengeist als Helden gefeiert.