„Die Firmen stehen in den Startlöchern“, sagte Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) am Freitag. Was noch fehlt: Die Zustimmung der Versicherung. Busse ist überzeugt, dass die Kosten für die Instandsetzung der Räume sowie der Neubeschaffung der verkohlten Möbel übernommen werden. Gutachter hätten die verrußten Clubräume in Augenschein genommen. „90 Prozent des Inventars müssen wir neu anschaffen“, so Busse. Die Statik des Daches musste geprüft werden.
Gab die Polizei die Schadenshöhe mit 10 000 Euro an, präsentiert der Rathauschef eine weitere Zahl: „Der Schaden und die Wiederherstellung werden insgesamt zwischen 30 000 und 35 000 Euro kosten.“ Allein die Maler- und Renovierungsarbeiten an der Fassade sowie neue Türen würden knapp 20 000 Euro kosten.
Der Fall: Zwischen dem 12. und 14. Januar haben bisher Unbekannte eine Mülltonne auf dem Sportplatz in Flatow angezündet und sie anschließend vor die Eingangstür des Jugendclubs gestellt. Das Feuer griff über. Der Club liegt im hinteren Teil des von der Straße nicht einsehbaren Vereinshauses der Fußballer vom Rot-Weiß Flatow. Der Brand wurde erst später entdeckt, die Feuerwehr war nicht im Einsatz. „Der Brand ist noch in der Bearbeitung, jedoch bislang ohne Ergebnis“, teilte Polizeisprecherin Ariane Feierbach auf Nachfrage mit.
„Wir hatten soviel Glück bei dieser Schandtat, dass das Feuer offenbar von alleine ausging bevor es übergreifen konnte“, sagte Bürgermeister Busse am Freitag. Vereinsheim, Bowlingbahn, Jugendclub – „Das alles wäre sonst weg gewesen“, so Busse. So eine Tat an einer Einrichtung für Kinder mache einfach nur sauer. Alle drei Räume des Clubs sind verrußt, Möbel nicht mehr benutzbar, vieles ist aufgrund der Hitze geschmolzen. Busse rechnet damit, dass die Wiederherstellung – nach dem Okay der Versicherung – ein paar Monate in Anspruch nehmen könnte.
Die Flatower können in der Zeit den Kremmener Jugendclub benutzen. „Sie gehen hier zur Schule und können danach zu uns kommen“, so Jugendkoordinator Danny See. „Wir waren nach dem Brand alle sehr betrübt.“ Mit der Flatower Betreuerin Simone Buttgereit werde derzeit an Übergangslösungen in Flatow gearbeitet. Zwischen fünf und acht Jugendliche besuchen die Flatower Einrichtung regelmäßig. Gespräche mit den 12- bis 16-Jährigen zum Brand habe es laut See nicht gegeben.

Thema im Magazin


Unter der Überschrift „Brandstiftung im Jugendclub Flatow“ wird der Fall im jüngsten Kremmen-Magazin thematisiert. In dem Text heißt es, dass das neue Jahr für die Flatower Kinder und Jugendlichen „mit einem Schock“ begann. Die Jugendbetreuer hätten „fassungslos auf diese unnötige und feige Tag“ reagiert. Etwas weit lehnt sich das Magazin aus dem Fenster, als es um ein mögliches Motiv geht. „Langeweile, Zerstörungswut oder Neugier?“ wird hinsichtlich der Beweggründe der bisher unbekannten Täter spekuliert. (win)