Dabei steht in den 38 untersuchten Gewerbestandorte Oberhavels rein rechnerisch eine Fläche von 210 Hektar für Gewerbeansiedlungen zur Verfügung. Doch dieses Potenzial kann größtenteils nicht genutzt werden, "weil Eigentümer auf höhere Preise spekulieren und die Fläche brach liegen lassen", erläuterte Marco Gaffrey von "Georg Consulting" aus Hamburg, die die Studie erstellt haben. Lediglich knapp 50 Hektar stünden kurzfristig und ohne Vorbehalte zur Verfügung. Allerdings stammt diese Zahl aus dem Jahr 2016. Bis heute sei die Fläche schon wieder deutlich geschrumpft, so Gaffry. Rein statistisch reichten die kurzfristig verfügbaren Flächen im Südkreis noch zwei bis drei Jahre für Gewerbeansiedlungen, im Norden Oberhavel schrumpfen die Flächenreserven in rund eineinhalb Jahren auf null. Um mehr Gewerbeflächen zu erschließen, verweisen die Studienmacher auf Politik und Kommunen. "Hier besteht dringender Handlungsbedarf", sagt Gaffrey.
Die Studie schlägt zudem eine Mittelstandsoffensive vor, um vor möglichen großen Veränderungen bei den mächtigen Betrieben der Stahl- und Schienenverkehrsbranche gewappnet zu sein.Außerdem weist die Analyse eine stark unterschiedliche Entwicklungen innerhalb Oberhavels nach. Es gebe vor allem im Südkreis Beschäftigtenwachstums und eine Konzentration der Gewerbeflächenvermarktung. Um das Nord-Süd-Gefälle zu überwinden, "sind der Ausbau der B 96 und eine stärkere Zusammenarbeit der Städte von Fürstenberg bis nach Hennigsdorf wichtige Schritte", sagte Peter Heydenbluth, Präsident der IHK Potsdam bei der Vorstellung der Studie. Um mehr Gewerbeflächen zu erhalten, sieht Heydenbluth auch die Kommunen in der Pflicht. "Es muss schneller reagiert und mehr getan werden." (Kommentar Seite 2)