"Hier hat meine Geschichte angefangen", sagt Christopher Friedrich am Kremmener See. Morgensonne, kleiner Strand, mit Schilf umrahmtes Wasser, einige Paddler ziehen vorbei. Er zeigt auf die Steganlage an der See­Lodge. "Mein Onkel hatte hier ein Boot liegen, von klein auf habe ich geholfen, es ins Wasser zu lassen." Seine Mutter ist früh gestorben, er wurde bei seiner Oma groß, lebte mit seinem Onkel Tür an Tür. "Wir sind wie Brüder aufgewachsen." Prägende Kindheitserinnerungen kommen hoch. Unter anderem ans englische Sportboot Shakespeare. "Klein, flach und schnell", sagt Christopher Friedrich, den seine Kumpel nur Speedy nennen. Den Namen hat er während seiner Zeit beim Motorcross verpasst bekommen. Mittlerweile hat er diese Hobby, wie auch seine Ausbilderfunktion beim Feuerwehrnachwuchs der Löschkrümel in Staffelde, beendet. Er setzt Prioritäten, spielt in Flatow in der ersten Männermannschaft Fußball, kümmert sich um die Familie, um seine Madame, wie er seine Frau nennt, und die zwei Kinder. Die Tochter ist drei, der Sohn acht Jahre alt. "Es sind richtige Wasserratten, aber mit der Begeisterung für Boote konnte ich sie noch nicht anstecken."
Er selbst ist nach seiner Schulzeit in Kremmen auch erst über einen Umweg in die Bootsszene gelangt. Die Ausbildung in der Autowerkstatt brach er wegen Diskrepanzen mit seinem Chef ab. Christopher Friedrich fand eine Anstellung als Bootsmechaniker in Rheinsberg. "Ich hatte das Elektrowissen aus der Ausbildung und alles, was mir mein Onkel beigebracht hatte", sagt er. Später arbeitete er als Auslieferungsfahrer. Das macht er immer noch. "Ich wollte aber etwas eigenes auf die Beine stellen", erklärt er seinen Schritt ins Kleingewerbe. Er macht alles, was anfällt: Inspektionen, Durchsichten, Reparaturen. Die Aufträge erledigt er mobil. Es sei denn, es stehen Reparaturen unter Wasser an, weil beispielsweise die Bälge für den Z-Antrieb kaputt sind. "Die Aufträge reichen von Kremmen bis zur Müritz", wie er sagt. Einer will ein neues klappbares Dach, ein weiterer einen anderen Teppich in sein Boot. "Es läuft gerade an. Die Arbeit lebt von der Mund-zu-Mund-Propaganda." Wie das gelbe Shakespeare sind Boote für viele mit Erinnerungen verbunden, mit einer Art Freiheitsdrang. "Da lässt man nicht jeden ran, man muss Vertrauen aufbauen", sagt der Flatower.
Speedy hat einen Traum: "Ich würde gerne in den Vollerwerb gehen, wenn alles gut läuft." Er könnte sich vorstellen, auch in den Handel einzusteigen. Boote kaufen und nach einer Überarbeitung wieder veräußern. Aus Flatow wegziehen, das kann er sich allerdings nicht vorstellen. Seiner Madame, den Kindern und ihm gefällt es dort. Dorfleben, jeder kennt jeden. "Immer wenn ich bei meiner besten Freundin in Oranienburg übernachte, kriege ich die Krise. Sie wohnt direkt am Bahnhof." Dann lieber die Ruhe am Kremmer See genießen. Dort, wo für Speedy alles anfing.

Aus dem Winterschlaf aufs Wasser


Der Saisonstart für Bootsfahrer beginnt dieser Tage. Im Fachjargon ist von "Auswintern" die Rede. Christopher Friedrich rät, nach dem Winterschlaf die Wasserfahrzeuge auf poröse Leitungen und Kabel überprüfen zu lassen. Auch eine Ölwechsel und ein generellen Durchsicht empfiehlt er.

Seinen Firmensitz hatChristopher Friedrich in seinem Wohnort Flatow, Am Eichenhain 11. Er ist über 033055 249899, 0162 8816934 oder per Mail an yachtbootfriedrich@gmail.com zu erreichen. win