Als die Berliner Mauer noch stand, hatten Kinder auf dem Turm im Bergfelder Grenzgebiet nichts zu suchen. Heute ist das ganz anders. Am Naturschutzturm erwartete Helga Garduhn von der Deutschen Waldjugend die Vorschüler und Erstklässler. Sie berichtete über die verschwundene Grenze und führte die Vorschüler und Erstklässler die steile Treppe zum Turm hinauf. Später unternehmen die kleinsten Schüler, die den Treuegraben und den Hubertussee besichtigt haben, eine Schnitzeljagd durch den nahen Wald.
„Warum trägt Max Ohrenschützer“, will Annette Jedwabski inzwischen von den Drittklässlern wissen. Gemeinsam mit dem Bürgerinitiativen-Maskottchen Max, der Dachs sowie dessen Schöpferin Elinor Weise hat sie die Kinder in einem Pavillon neben der Schule erwartet. „Der mag keinen Lärm“, kommt gleich die richtige Antwort. „Ich kann nur schlafen, wenn es ruhig ist“, erklärt Lukas, um gleich hinzuzufügen: „Aber ich bin kein Dachs!“ Den dicken Kopf des Maskottchens lässt er sich dann aber doch einmal überstülpen. Vielleicht ist Max ja ein Mosaik-Schüler. Zumindest trägt er jetzt in manchem ausgefüllten und -gemalten Heft das orange-farbene Schul-T-Shirt.
Organisiert von den Eltern haben die Mosaik-Schüler gestern viele Stationen in Bergfelde absolviert. Die Größeren düsten mit den Rädern von Lernpunkt zu Lernpunkt, die Jüngeren liefen oder fuhren mit der Bahn. Zwischendurch wurden kleine Berichtshefte und ein Wissensquiz ausgefüllt. Der Unterricht war abwechslungsreich. So hörten sie im Autohaus Lambeck etwas über eine Regenwasserauffanganlage, und bei der Feuerwehr lernten sie die Technik kennen, durften ins Auto steigen einen „Löschangriff nass“ auf Limo-Flaschen starten.
Petra Schmidt und Dr.Dietrich Raetzer vom Geschichtskreis des Kulturkreises waren auch wieder dabei. Sie erklärten, in welchen Jahrhunderten Bergfelde „bercholtz“, „berckaff“ „berckfeldt“ und „birkfelde“ hieß und dass die August-Müller-Straße nach einem Ortsvorsteher benannt ist, der am Ende des 19.Jahrhunderts viel für das Dorf getan hat. Damals gab es nicht nur ein, noch dazu fast verfallenes Büdnerhaus, sondern zehn. 1349 wurde der Ort zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Aber wie lange er da schon existiert hat, weiß keiner so genau.