"Unsere Firmen haben schon unter der Corona-Krise schwer zu leiden", sagte Bürgermeister Bernd-Christian Schneck (SPD) am Mittwochabend bei einem Unternehmerabend im Löwenberger Bürgerhaus. Er rechnet allein durch Corona in diesem Jahr mit Gewerbesteuerausfällen von mehr als einer halben Million Euro. "Wir müssen die Belastung für die Unternehmen nun so niedrig wie möglich halten", forderte Schneck mit Blick auf die anstehenden Bauarbeiten.

Furcht um die Existenz

"Corona haben wir überlebt. Ob wir jetzt auch noch drei Monate Vollsperrung überleben, wissen wir nicht", fasste der Betreiber vom Teschendorfer "Schnitzelparadies", Peter Reimann, die Stimmungslage der Gewerbetreibenden an der B  96 im Bürgerhaus zusammen. "Wir sind nicht gegen die Straße. Doch die Sanierung muss auch sozialverträglich sein. Wir wären gern in die Planung mit einbezogen worden."

Halbseitige Sperrung abgelehnt

Die Planungen sehen bislang vier Bauabschnitte vor. Begonnen werden soll Anfang August mit Abriss und Neubau von Verkehrsinseln sowie einer Fußgängerampel in Teschendorf. Diese Arbeiten sollen noch mit einer Ampelregelung erledigt werden. Ab Anfang September soll dann im zweiten Bauabschnitt die Fahrbahndecke in Teschendorf unter Vollsperrung abgefräst und erneuert werden. Danach geht es mit der Fahrbahnerneuerung vom Ortsausgang bis zum Abzweig Grüneberg weiter – und im vierten Bauabschnitt dann bis zum Ortseingang von Löwenberg. Die Bauarbeiten außerhalb von Teschendorf sollen pro Bauabschnitt etwa zwei Wochen dauern. Spätestens Ende Oktober soll aber alles erledigt sein.
Vor allem für die Dauer der Arbeiten zeigten die Gewerbetreibenden wenig Verständnis. Immer wieder wurde Hans-Jürgen Otte vom Landesbetrieb Straßenwesen am Mittwoch in Löwenberg gefragt, warum die Bauabschnitte nacheinander und nicht parallel erledigt werden. Während in Teschendorf gebaut wird, könnten doch auch schon Abschnitte außerhalb des Ortes erledigt werden, schlugen die Anrainer vor. Ein Vorschlag, den Otte am Ende auch mitnahm. "Ich werde prüfen, ob parallele Bauarbeiten möglich sind", sagte er. Erfolg versprechen wollte er aber nicht, da es vor allem kaum Firmen gebe, die Fahrbahnen abfräsen und deshalb in der Regel nur eine Firma die komplette Strecke nach und nach abfahre.
Eine Absage erteilte Otte dem Vorschlag, die Bauarbeiten bei halbseitiger Sperrung zu erledigen. "Das kostet nur mehr, dauert doppelt so lange und rettet ihren Umsatz auch nicht", sagte Otte. Den Gewerbetreibenden versprach er aber, regelmäßig die zeitweise Zufahrt zu Grundstücken auch für Lieferanten zu organisieren. "Das bekommen wir hin. Ansonsten werden Absprachen mit der Bauleitung vor Ort möglich sein."